
vl.n.r. Hartmut Forner, Uwe Liesch, Wolf von Kalkreuth, Ehrhart Körting, Wolfgang Schrödter
Boogie Woogie und Dixiemusik von Hartmuth Keller und der Band „Sir Gusche“, zwei dem Café und seiner Jazzmusiktradition gut bekannte Musiker, gaben dem Programm die musikalische Note. Talkrunden mit den einstigen Ideengebern, ehemaligen Mitarbeitern und langjährigen Gästen streiften durch die fast 30jährige Geschichte des damals ersten rollstuhlgerechten Cafés in Berlin. Wolfgang Schrödter würdigte die Historie des Cafés als „ein ganz besonderes Zeichen für den langen Weg der Integration und der Inklusion von Menschen mit Behinderung in das tägliche Leben“. Auch heute, wo ein barrierearmes Café keine Seltenheit mehr ist, hat die blisse14 mit Ihrer „besonderen Ausrichtung auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, auf die Selbsthilfebewegung und die Gruppen, die sich hier in diesem Café treffen sollen“ ihren festen Platz in Wilmersdorf, so Wolfgang Schrödter weiter.
„Wir sind hier angetreten, um mit diesem Café gemeinsam mit der Fürst Donnersmarck-Stiftung auch die nächsten 30 Jahre etwas zu bewegen“, unterstreicht Uwe Liesch das langfristig geplante Engagement der KOOP in der blisse14. Auch zukünftig wird das Café ein „Restaurant für jedermann“, „damit wollen wir normalisieren und Selbstbestimmtheit lebendig machen“, erklärt Liesch sein Konzept. Demnach sind frisch zubereitete und exquisite Speisen auch für den kleinen Geldbeutel vorgesehen. Darüber und über noch mehr gibt demnächst auch eine barrierefreie Speisekarte Auskunft.
Und wie sehen die Gäste das neue Erscheinungsbild des Cafés? „Hell und großzügig“ heißt es bei einigen, „es fehlt noch ein bisschen die Gemütlichkeit“ heißt es auf der anderen Seite. Letzteres will der neue Pächter gleich ändern: Ein offener Straßenverkauf und wechselnde Kunstwerke von Menschen mit Behinderungen sollen Hemmungen abbauen und die neue blisse14 wieder zu einem geselligen Ort für Menschen mit und ohne Behinderungen werden lassen.
Ursula Rebenstorf