Ein sehr schwüler, heißer Nachmittag, kein typischer Tag, um in eine Ausstellung zu gehen. Trotzdem waren alle angemeldeten Teilnehmer/Teilnehmerinnen pünktlich auf dem großen Plateau der Neuen Nationalgalerie versammelt. Der Vorplatz des Museums war zur Fußball WM geschmückt mit allen Fahnen des afrikanischen Kontinents. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Länder auf diesem Kontinent gibt. Sehr schön bunt!
Den Eingang durch die sehr schmalen Türen der Neuen Nationalgalerie erreicht man mit dem Rollstuhl über eine etwas zu steile Rampe.
Erstmalig könnte ich durch die gesamte Halle der Neuen Nationalgalerie auch hindurchschauen, nichts, keine Stellwand, Vorhang oder Abtrennung hinderte den Blick. Das unterstreicht noch einmal die scheinbare Leichtigkeit der Neuen Nationalgalerie und die geniale Architektur des Baumeisters/Architekten Mies van der Rohes. Nur 4 relativ dünne Träger an den Außenseiten tragen dieses – ich glaube – größte freitragende Dach der Welt.
Wie gesagt, als Rollstuhlfahrer „betritt“ man die Neue Nationalgalerie durch eine sehr schmale Tür, neben den offiziellen, für gehbehinderte Menschen ungeeigneten Drehtüren. Die obere Halle war komplett leer, nur in der Mitte hing von der Decke ein überdimensionaler Kristallleuchter und auf dem sonstigen Granitboden der großen Halle lag ein eigens hierfür hergestellter Teppich mit indischem oder persischem Muster in grau und schwarz.
Bevor unser Referent Klaus Decker mit seinen Ausführungen über diese Installation begann, ließ er uns mit unseren ersten Eindrücken allein und holte er sich vom Info Schalter seine Akkreditierung für diese Ausstellung.
Bevor es mit dem Fahrstuhl in den eigentlichen Ausstellungsbereich ging hatten die Teilnehmer kurz Zeit für erste Eindrücke und Gespräche untereinander. Danach begann Klaus Decker unter Einbeziehung aller Teilnehmer mit seinen Ausführungen, wie immer sehr interessant. Einige Teilnehmer sind schon selber gute Kunstkenner, schreiben stichpunktartig mit und beginnen untereinander zu fachsimpeln. Natürlich, wie fast immer reichte die veranschlagte Zeit (2,5 Stunden) nicht und so wurden es auch diesmal fast 3,5 Stunden Annäherung an Kunst.
Besonders positiv ist mir bei dieser Ausstellung aufgefallen, dass die Bilder in einer für Rollstuhlfahrer angenehmen Höhe angebracht sind, welches einen guten Betrachtungswinkel zulässt und anschließenden Nackenschmerzen vorbeugt. Das ist leider nicht immer so.
Bei der Verabschiedung fragten viele Teilnehmer schon nach den neuen Terminen und Themen der Veranstaltungen Annäherung an Kunst im 2. Halbjahr. Ein gutes Zeichen dafür, dass es wieder allen gut gefallen hat.
Steffen Köhn
- Führungen für Rollstuhlfahrer in den Berliner Museen:
http://www.museumsportal-berlin.de/besucherinfo/angebote-fuer-menschen-mit-handicap/fuer-rollstuhlfahrer.html







