Kära läsare!
Bis jetzt habe ich fast nur über Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland geschrieben. Aber sind die Länder wirklich so verschieden? Ja, es gibt Tage, da denke ich überhaupt nicht darüber nach, ob etwas wie zu Hause in Lund ist oder nicht. Es scheint mir auch einmal wichtig, über diese Tage der Gleichheit, des Ähnlichen zu schreiben. Heute werde ich über ein Ereignis berichten, das mir vor kurzem passierte und das mein Herz zusammenfahren ließ.
Ich bin mit einer Bewohnerin einkaufen gegangen. Sie fuhr mit dem Rollstuhl ganz normal auf dem Gehsteig. Doch unvermutet und plötzlich drehte sie sich um und fuhr rückwärts die Bordsteinkante hinunter. Ich war ein paar Schritte vor ihr und sah dann plötzlich, wie der Rollstuhl fast umkippte. Der Bordsteinkante war einfach richtig hoch. Wenn man mit einem Rollstuhl durch die Strassen fährt, sieht man die Stadt mit anderen Augen. Wo kann man gehen (oder besser fahren), wo die Straße nicht voller Löcher ist. Wo kann man Toiletten finden, die für Rollstuhlfahrer angepasst sind? Wie eng sind die Gänge in den Geschäften?
Zu Hause habe ich mehrere Jahre im Bereich der Behindertenhilfe gearbeitet. Und ich habe in der Stadt keine Fortschritte gesehen. Es gab auch dort noch Cafés und sogar Ämter, die man nicht oder nur unter Schwierigkeiten mit einem Rollstuhl betreten konnte. Genauso, wie ich es hier bemerkt habe. Ich war einmal mit einer anderen Bewohnerin in ein Café. Wir konnten genau durch die Tür gehen und das aber nur mit Hilfe von jemandem, der die Tür aufhielt. Sollte das wirklich sein?
Hälsningar
Sofia







