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Wie bitte? Sprache als Herausforderung und Schlüssel

19. Februar 2012

von sminoer

Kära Läsare

Nun bin ich seit 2 Wochen Praktikantin. Jeden Tag werde ich von vielen neuen Eindrucken bestürmt und mein Gehirn arbeitet mit Hochdruck. Am Ende des Arbeitstages bin ich völlig erledigt. Einer der vielen Eindrücke, mit denen ich täglich konfrontiert werde, ist die Sprache. Die Sprache ist der Schlüssel, um in den Dialog zu kommen, um Begegnungen zu schaffen und um anderen Menschen und Kulturen zu verstehen. Weil Schwedisch meine Muttersprache ist, muss ich in meinem Berliner Praktikum immer wieder ganz besonders über Sprache, über die deutsche Sprache reflektieren. Wie man sie benutzt, wie man sich ausdrückt und welche Bedeutung sie in Beziehungen hat.

Die Standardphrasen in meinem Praktikum sind: Wie bitte? Noch Mal, bitte? Könnten Sie bitte langsamer und deutlicher sprechen? Ich bin froh und erleichtert, dass die Bewohner in der Alten Mälzerei Geduld haben und dass die sich solange wiederholen, bis ich sie genau verstanden habe. So zu sein, ist nicht selbstverständlich. So eine Geduld mit jemandem zu haben und die Demut, die sich dabei zeigt, ist eine Erfahrung, die ich in die Zukunft mitnehmen will.

Jemandem zu zuhören heißt respektvoll zu sein.  Meine Kollegen müssen ebenso Geduld aufbringen und manchmal weiß ich, dass ich vor lauter Konzentration ganz ernst aussehe. Aber es ist eine Herausforderung, die ich mag.  Und jeden Tag geht es besser.

Höflichkeit nimmt man in Deutschland sehr ernst. Hier bin ich “Frau Minör”,  in Schweden bin ich “Sofia”. Der Titel oder “Sie” zu jemandem zu sagen, ist mir fremd. Ich bin daran gewöhnt, zu allen, egal wer er ist, “Du” zu sagen. Auch in diesen Situationen bin ich den Bewohnern dankbar, weil sie Verständnis zeigen, wenn ich “Sie” und “Du” immer wieder vermische. Für mich ist es schon hart genug, die deutschen Sätze zu formulieren. Trotz die Schwierigkeiten und der Unterschiede zwischen der deutschen und der schwedischen Sprache, kämpfe ich weiter mit den Schwierigkeiten. Und meine Erkenntnis steht fest: Die Sprache ist der Schlüssel, um Menschen mit Respekt und Verständnis kennen zu lernen.

Hälsningar

Fröken Minör