Durch eine erworbene Hirnschädigung ist es den betroffenen Menschen oft nicht mehr möglich, ihren Tag selbst zu gliedern. Diesen Bewohnern geben wir Anleitung und Begleitungen bei einer für sie sinnerfüllten Tätigkeit. Ohne diese gezielten Maßnahmen können schädigungsbedingte Antriebsarmut und fehlende Motivation zum Rückzug des Bewohners oder sogar zu auffälligen Verhaltensweisen führen. Die Ziele der vorangegangenen therapeutischen Arbeit werden von uns aufgegriffen und an das heilpädagogische Arbeiten angepasst.
Unser Team setzt sich aus einer Erzieherin, einem Heilerziehungspfleger, einem Sozialpädagogen und zwei Heilpädagoginnen zusammen.
Die Gestaltung des Vormittags verläuft unter Einbeziehung der Interessen und Fähigkeiten der Teilnehmer. Eine ganzheitliche Sicht auf den Bewohner bildet die Grundlage unserer Arbeit. Mittels intensiven Beobachtens versuchen wir die momentane Verfassung des Menschen, seine Stärken und Schwächen und vor allen sein Potential zu erfassen. Auch seine Lebensbedingungen ziehen wir in unsere Betrachtungen mit ein. Während der Beschäftigung achten wir darauf, dass sich Phasen der An- und Entspannung beim Bewohner abwechseln.
Neben kreativen Angeboten wie das Arbeiten mit Holz, Papier, Ton und Seide setzen wir auch Wort- und Quizspiele ein. Für die schwer beeinträchtigten Bewohner kommen Elemente des Snoezelen und der Basalen Stimulation zum Einsatz. Außerdem bieten wir regelmäßig Bewegungs- und Entspannungseinheiten an sowie gemeinsames Kochen und Backen nach Wunsch und Wahl der Bewohner. Durch die Qualifikation beider Heilpädagoginnen zur Fachtherapeutin für kognitives Training wird das Angebot dahingehend gezielt ergänzt.
Die wöchentlich wiederkehrenden Aktivitäten geben den Bewohnern ein hohes Maß an Sicherheit. In den schließlich vertrauten Situationen wird der Teilnehmer von uns ermutigt Neues zu erproben oder bereits erlerntes Wissen neu zu aktivieren.
Darüber hinaus werden Handlungsabläufe und Begebenheiten des Alltags den Teilnehmern verständlicher gemacht. An dieser Stelle ergänzt unsere Arbeit das pädagogische Angebot in den Wohngruppen.
Im Moment werden wochentags in vier Gruppen jeweils vier Bewohner betreut. Danach essen wir gemeinsam Mittag. An vier Tagen in der Woche findet zusätzlich eine Gruppe statt, in der Bewohner mit einer verkürzten Konzentrationsspanne begleitet werden.
Grundsätzlich hat die Wiedereingliederung der noch nicht berenteten Bewohner in ein externes Angebot Priorität. Die Möglichkeiten des Einzelnen dafür werden dahingehend beobachtet und gefördert. Ist dann die Leistungsfähigkeit ausreichend wiederhergestellt und der Bewohner hat Interesse an einer externen Arbeit, arrangieren wir Praktika und Hospitationen. Mit diesem Angebot erhält der Bewohner die Chance, seine Wiedereingliederung vor Ort zu überprüfen und gegebenenfalls sein Aufnahme in eine Werkstatt für behinderte Menschen anzustreben.