Flanieren für alle

Begehung/Berollung der Oranienburger Straße

Frau mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer begegnen sich an einer enge Stelle des Bürgersteigs
 
Um diese beiden Gruppen ging es besonders, Rollstuhlnutzer und Eltern mit Kinderwagen

Wenn die Sonne lockt, wollen alle draußen sein, im Straßencafe einen Latte Macchiato genießen sowie zwischen Restaurants und Geschäften flanieren. Dazu brauchen Mütter mit Kinderwagen und Rollstuhlnutzer mehr Platz als andere. Dieser Platz ist der Oranienburger Straße nicht immer ausreichend vorhanden. Auf dem Bürgersteig stehen Reklametafeln, zu eng stehende Tische und Stühle erschweren ein Durchkommen, manchmal ist der Weg völlig verstellt.

Die Begehung/Berollung der Oranienburger Straße am 11.06.2008 ging auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Berliner Behindertenverbände, -vereine und Initiativen (AGBBI) unter der Leitung von Dr. Manfred Schmidt (LV Selbsthilfe Berlin) und der Bezirksbehindertenbeauftragten Berlin-Mitte Hildrun Knuth zurück. Eine Gruppe von Interessierten wollte die Barrierefreiheit des öffentlichen Straßenlandes überprüfen. Manch ein Aufsteller musste zurück in das Geschäft und etliche Überschreitungen der genehmigten Sondernutzung waren zu bemängeln.

Der Behindertenbeirat und die Behindertenbeauftragte des Bezirks Berlin-Mitte, der Frauenbeirat Stadtplanung im Bezirk-Mitte, per pedes e. v. und die AGBBI, bei der die Fürst Donenrsmarck-Stiftung mitarbeitet, hatten sich zu dieser Aktion zusammengeschlossen. Der Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, die Bezirksstadträte Ephraim Gothe (Stadtentwicklung) und Joachim Zeller (Wirtschaft, Immobilien und Ordnungsamt), Mitarbeiter der zuständigen Ämter wie Ordnungsamt, Wirtschaftsamt und Bau-Sondernutzung begleiteten die Gruppe beim Slalom um Tische und Stühle, um parkende Autos und falsch platzierte Aufsteller.

"In einer Begehung/Berollung wollen wir dokumentieren, ob die Oranienburger für die Personen mit größerem Platzbedarf nutzbar ist. Dazu werden Durchgangsbreiten vermessen und zugestellte Wege aufgezeichnet. Wir überprüfen Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenland. Wir wollen wissen, ob der Boulevard für alle Besucher und Anwohner erlebbar ist. Denn wir wollen allen das Flanieren ermöglichen!", erklärten die Organisatoren der Aktion in einem Flugblatt.

In ein paar Wochen sollen die Ergebnisse der Begehung/Berollung veröffentlicht werden.
 
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