Sport in Post-Disaster Intervention

Teilnehmer aus allen fünf Kontinenten

Spielerische Gymnastik für alle
Der in Berlin beheimatete Weltrat für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE) und die Kennesaw State University (USA) führten vom 4.-9. November 2007 ein Seminar zum Einsatz von Sport im Katastrophenmanagement durch. „Das Seminar zog knapp 100 Teilnehmer aus 21 Ländern aller Kontinente (außer der Antarktis) ins HausRheinsberg“, erklärte der ICSSPE-Geschäftsführer Detlef Dumont lachend. Die größte Gruppe kam aus den USA, einige Teilnehmer auch aus den vom Tsunami 2004 betroffenen Gebieten. Man wollte besonders von deren Erfahrungen lernen, andere aus europäischen Ländern wie Rumänien oder asiatischen Ländern wie Indien und Malaysia.

Die psychosoziale Komponente im Katastrophenmanagement zur Förderung der Übernahme von Verantwortung und Handlungsbereitschaft werden von den teilnehmenden Organisationen verstärkt bei der Planung zukünftiger Initiativen beachtet. Der Sport wird als Mittel zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse gefördert. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen können Wege zur Verarbeitung von Traumata, praktische Beispiele zur Rehabilitation nach physischen Verletzungen und zur Rückkehr in den Alltag mit Hilfe des Sports vermitteln“, beschrieb Dumont einige Lernziele der Veranstaltung.

Die Organisatoren gingen davon aus, dass Sport und körperliche Aktivität auch im Rahmen der Katastrophenhilfe wichtig seien, weil
  • „die Menschen (Helfer und Betroffene) Hilfe benötigen, um mit den traumatisierenden Ereignissen umgehen zu können,
  • Sport den Menschen helfen kann, nach einer Katastrophe aus ihrer traumabedingten Vereinsamung zu kommen,
  • bestimmte Formen des Sports das Gruppengefühl stärken,
  • Sport und körperliche Aktivität die Widerstandsfähigkeit stärken.“
 
Teilnehmer testen die Rollstühle
Rollstuhltraining

Die Inhalte des Seminars basierten auf Erfahrungen in der Katastrophenhilfe sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sportwissenschaft, Erfahrungen aus der Sportpraxis und der medizinischen Rehabilitation. Zu den Inhalten zählten u.a.:
  • Anforderungen und Belastungen infolge von Naturkatastrophen und gewalttätigen Auseinandersetzungen
  • Aufgaben und Möglichkeiten des Katastrophenmanagements
  • Verarbeitung von Folgen des Einsatzes in Katastrophengebieten
  • Anforderungen an Katastrophenhelfer und -helferinnen
  • Traumaarbeit
  • Soziale und psychologische Aspekte des Sports
  • Entwicklung von Sportprogrammen im Katastrophenmanagement
  • Entwicklung von Sportprogrammen unter Berücksichtigung kultureller Unterschiede
  • Sportangebote für alle Menschen
Die theoretischen Erkenntnisse wurden in einem Handbuch zusammengefasst, das jetzt über ICSSPE zu beziehen ist. Weitere Vorträge können auf der Website des Weltrats abgerufen werden.
 
Spiel mit Rollstühlen, drei Personen aus drei Kontinenten
Spaß bei Rollstuhlspielen

Das einwöchige Seminar wurde gefördert vom Bundesministerium des Innern und mit Unterstützung der Fürst Donnersmarck-Stiftung, des Deutschen Roten Kreuzes, der Freien Universität Berlin und der Schweizer Akademie für Entwicklung durchgeführt. Der große Erfolg lässt die Seminarplaner über eine Neuauflage in 2008 nachdenken.
 

 

Handbuch erschienen

Titelseite vom Handbuch mit Jungen aus Afrika, der mit einem Ball aus Abfall Fußball spielt
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