Mit Behinderung in Berlin

Informationen für Menschen mit Behinderung

 

Freizeit und Beratung in Berlin

Ein Wegweiser für Menschen mit Körperbehinderung

Im Rahmen der Beratungstätigkeit sind in den zurückliegenden Jahren im blisse 14 eine Reihe von Adressen gesammelt worden. Diese zu bündeln und systematisch aufzubereiten war ebenso wie die Recherche neuer Adressen in den vergangenen beiden Jahren eine meiner Aufgaben. Das Ergebnis dieser Arbeit, die Broschüre „Freizeit und Beratung in Berlin - Ein Wegweiser für Menschen mit Körperbehinderung", liegt jetzt vor.

Die Informationsschrift soll als ein Pfad durch den Dschungel von Beratungs- und Freizeitangeboten, die es in Berlin (nicht nur) für behinderte Menschen gibt, verstanden werden. Es handelt sich dabei keineswegs um eine vollständige Auflistung der vorhandenen Möglichkeiten. Zusätzlich zu dem Angebot in Berlin nahm ich einige wichtige überregionale Adressen von Behindertenverbänden und Hilfsmittelfirmen auf.

Die Adressen sind übersichtlich unter insgesamt 17 Hauptkategorien (Arbeit und Bildung, Wohnen, Hilfsmittel, ambulante Hilfen, Mode, Mobilität, Sexualität, Freizeit, Sport, Reisen, Frauen, Senioren, Behindertenverbände und -vereine, Klinischer Bereich, Beratungsstellen, Nachbarschaftszentren, andere Auskunftssysteme) geordnet. Ein ausführlicher Index ermöglicht zusätzlich ein leichtes Auffinden von Adressen zu einem bestimmten Thema, falls nach einer Institution gesucht wird, die Unterstützung bei einer bestimmten Problematik bieten könnte. Die Broschüre kann ab Mitte September im blisse 14 angefordert werden. Der Preis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Waltraud Perne:

Die Broschüre kann ab Mitte September im blisse 14 angefordert werden. Der Preis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Lebensnerv

Stiftung zur Förderung der psychosomatischen
MS-Forschung

Psychosomatische Aspekte werden bei der Krankheit Multiple Sklerose von schulmedizinischer Seite bislang wenig berücksichtigt. Deshalb gründeten zwei MS-betroffene Frauen, Susanne Same und Dr. Sigrid Arnade, die Stiftung LEBENSNERV. Die Stiftung versteht sich als Koordinationsstelle und Forum für Initiativen, die MS unter einem ganzheitlichen Blickwinkel betrachten. Und so wird LEBENSNERV aktiv:

• Um die Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der MS-Psychosomatik anzuregen, setzt die Stiftung alle zwei Jahre einen Forschungspreis aus.
• Eine Literaturliste mit etwa 150 Titeln zur Psychosomatik der MS und eine Liste mit den psychosomatischen Kliniken in der Bundesrepublik können bei der Stiftung kostenfrei bestellt werden.
• Über die Aktivitäten wird in der Zeitschrift FORUM PSYCHOSOMATIK berichtet.

Veröffentlichungen zur Psychosomatik der MS

Stiftung LEBENSNERV (Hg.): Entwicklungslinien psychotherapeutischer Begleitung und psychotherapeutischer Forschung bei Multipler Sklerose. Dokumentation des Symposiums der Stiftung LEBENSNERV am 29. November 1997 in Berlin. ISBN: 3-9803764-1-9, Berlin 1998, 17,- DM (plus 1,50 DM Porto)

Ebenfalls noch erhältlich ist die Dokumentation des 1. Symposiums von 1992: Stiftung LEBENSNERV (Hg.): Psychosomatik der Multiplen Sklerose. Erfahrungen, Konzepte, Perspektiven: ISBN: 3-9803764-0-0, 56 S., Berlin 1994, 10,- DM (plus 1,50 DM Porto)

„Plädoyer für Ganzheitlichkeit und Eigenverantwortung" - ein Sammelband. Darin sind die wichtigsten Beiträge aus 15 Zeitschriftenausgaben FORUM PSYCHOSOMATIK der zweimal jährlich erscheinenden Zeitschrift der Stiftung LEBENSNERV, sowie aus zwei Tagungsbänden (1992 und 1997) enthalten. (Kostenlos bei der Stiftung zu erhalten.)

Zu beziehen sind die Publikationen entweder über den Buchhandel oder direkt bei der Stiftung.

Peer Counseling

Ich bin mehr als die Behinderung

Kooperation der Stiftung LEBENSNERV mit der blisse 14

Die Diagnose einer chronischen Erkrankung wie der MS bedeutet für die betroffene Person einen grundlegenden Einschnitt in das bisher geführte Leben. Plötzlich ist nichts mehr, wie es vorher war. »Wie soll es weitergehen? Was habe ich falsch gemacht? Wie geht es beruflich weiter? Hält meine Beziehung stand, auch wenn ich behindert bin? Was wird aus mir?« Diese und viele weitere Fragen können den Alltag derartig überfluten, dass ich gar nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, geschweige denn, was das Herz dazu sagt. Wut und Enttäuschung, Hilflosigkeit und Traurigkeit und alle diese ungeliebten und gern weggeschobenen Gefühle tauchen plötzlich wie unbezwingbare Schatten im Leben auf und wollen einfach nicht weichen.

Wie kann ich damit umgehen? Ich möchte Ihnen das Angebot machen, Ihre persönlichen Fragen in Bezug auf sich selbst, Ihre individuelle Alltagssituation und das dazugehörige Umfeld in einer angenehmen und entspannten Atmosphäre zu erforschen.

Hier dürfen Sie sich erlauben, Ihren Gedanken, Vorstellungen, Befürchtungen, Hoffnungen und Gefühlen Raum zu geben. Sie haben die Möglichkeit, sie anzunehmen und auszudrücken auf die Art und Weise, wie es Ihnen guttut. Das kann zum Beispiel im Gespräch, im Dialog, durch Malen, Rollenspiel, Ausdruck mit der Stimme und/oder dem Körper geschehen. Dabei soll es nicht um die Bewertung gehen, sondern um die Bewusstwerdung und Betrachtung dessen, was jetzt ist. Sie können mit dem Erkannten experimentieren und eine neue Art des Umgangs herausfinden.

Da ich selbst von einer chronisch fortschreitenden Erkrankung betroffen bin und seit 1993 mit körperlicher Einschränkung lebe, kann ich Ihnen im Sinne des Peer Counseling meine Beratung als behinderte Gestalttherapeutin anbieten. Ich habe im Zusammenhang mit der Einschränkung die Erfahrung gemacht, meinen ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben zu können. Das hat dazu geführt, dass ich mich auf die Suche nach einem neuen Wirkungsfeld begab, in dem ich alle meine beruflichen und persönlichen Erfahrungen und Kompetenzen einfließen lassen kann.

Netzwerk Artikel 3

Verein für Menschenrechte und Gleichstellung,
Behinderter e.V.

Das Netzwerk in Kürze

Das Netzwerk Artikel 3 hat sich Ende 1996 als Nachfolger des „Initiativkreises Gleichstellung Behinderter" gegründet, der wesentlich am Zustandekommen des Benachteiligungsverbotes für behinderte Menschen im Grundgesetz mitgewirkt hat. Es ist ein bundesweit arbeitendes Netzwerk der Gleichstellungsinitiativen, das sich einer menschenrechtsorientierten Sichtweise von Behindertenpolitik verschrieben hat.Am 19. September 1998 hat sich das Netzwerk Artikel 3 als eingetragener Verein konstituiert. Was sind die Hauptaufgaben?

1) Vernetzung: überparteiliche, verbands- und behinderungsübergreifende Vernetzung aller Einzelpersonen, Projekte und Organisationen, die sich für Gleichstellung und die Umsetzung des neuen Grundgesetzsatzes einsetzen.

2) Beschwerdestelle: Dokumentation und Weiterleitung von Diskriminierungstatbeständen, Erarbeitung von regelmäßigen Berichten zur Umsetzung des Benachteiligungsverbotes unter besonderer Berücksichtigung der Belange behinderter Frauen.

3) Gesetzesvorbereitung: Sammlung und Koordinierung konkreter Vorschläge zur Schaffung von kommunalen, landes- und bundesweiten Regelungen zur Gleichstellung für behinderte Menschen. Die Anliegen behinderter Frauen finden darin besondere Beachtung.

Was wurde bisher getan?

Das Netzwerk gibt ein regelmäßiges Info „Behinderung & Menschenrecht" in Schwarzschrift und auf Kassette heraus und veranstaltet Fachtagungen für seine Mitglieder bzw. Interessierten. Im Rahmen der AKTION GRUNDGESETZ hat das Netzwerk ein Info-Center zur Gleichstellung eingerichtet, das u.a. eine Gleichstellungsbibliothek enthält. Zusammen mit dem Forum behinderter JuristInnen hat das Netzwerk Anfang 2000 einen Entwurf für ein Gleichstellungsgesetz auf Bundesebene vorgelegt. Derzeit sind über 100 Einzelpersonen und 20 Organsiationen Mitglieder des Netzwerks.

Segeln für behinderte Menschen

Die Natur vom Wasser aus erleben, sich mit dem Wind bewegen, gemütlich mit Freunden über den See schippern oder im sportlichen Wettkampf versuchen, keinen Windhauch zu verpassen.

Dem Einen ist Segeln erholsame Freizeitbeschäftigung, dem Anderen harter Wettkampfsport, gerade diese Vielseitigkeit macht den Reiz des Segelns aus.Von Vielen als Sport geschätzt, den jeder leicht bis ins hohe Alter betreiben kann, sind beim Segeln von Anfang an auch immer behinderte Menschen erfolgreich mit dabei gewesen.

In Berlin gibt es mehrere Möglichkeiten auf behindertengerecht umgebauten Schiffen aktiv zu segeln. Dabei muss man sich nicht segeln lassen, sondern kann auch, nach praktischer und theoretischer Ausbildung, den für die Berliner Gewässer vorgeschriebenen Führerschein erwerben. Interessenten, die einmal „schnuppersegeln" wollen, können sich bei uns melden. Wir werden dann mit euch zusammen überlegen, welches Segelboot sinnvollerweise ausprobiert werden kann. Die Kosten betragen pro Termin ca. 15 EUR. Darüber hinaus können wir euch auch Segelerlebnisse auf der Ostsee, dem Jsselmeer oder anderen Revieren vermitteln.