Wohnen mit Intensivbetreuung

„Wer bei uns dauerhaft betreut werden will, soll möglichst in der eigenen Mietwohnung wohnen können“ ist das bereits 2006 gesetzte Ziel der Fürst Donnersmarck-Stiftung, einen Weg zur ambulanten Betreuung der bisher stationär betreuten Bewohner zu suchen. Seit April 2010 hat die Fürst Donnersmarck-Stiftung ihr ambulantes Angebot für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen, die eine intensive Betreuung und Pflege benötigen, mit dem „Wohnen mit Intensivbetreuung“ (WmI) erweitert.

Soviel Hilfestellung wie nötig, soviel Selbstständigkeit und Eigenverantwortung wie möglich

Das „WmI“ besteht aus insgesamt 34 barrierefreien Einzelappartements an zwei Standorten: In einer 1904 erbauten ehemaligen Jugendstil-Kunstmöbelfabrik direkt am Tempelhofer Teltowkanal und in der  ehemaligen „Alten Mälzerei“ im äußerst beliebten Berliner Stadtteil „Alt-Pankow“. Speziell auf die Bedürfnisse der ehemaligen Bewohner und Bewohnerinnen des Dauerwohnens des Fürst Donnersmarck-Hauses zugeschnitten können in diesen 26 bis 35 m² großen Mietwohnungen schwer -und mehrfach behinderte Menschen selbstbestimmt und gemeindenah in einer ambulanten Wohnform leben.


 
Klienten des WmI unterwegs mit ihrer Betreuerin auf dem Gelände der Alten Mälzerei
 
 

Individuell wohnen, aber nicht alleine sein
Der Schwerpunkt des ambulanten sozialpädagogischen Betreuungsangebots ist es, die WG-Mitglieder in der Entwicklung, Aufrechterhaltung und Wiederherstellung von sozialen, alltags- und lebenspraktischen Fähigkeiten zu unterstützen. Dazu gehören auch ganz alltägliche Fähigkeiten wie z.B. das Einkaufen.
Zur Zielgruppe der neuen Wohnform gehören auch Menschen mit intensivem Pflegebedarf bei Nacht. Dieser kann als Pflegeleistung von einem ambulanten Pflegedienst erbracht und abgerechnet werden. Tagsüber sichern Mitarbeiter situationsabhängige pflegerische Assistenz. Dies erfolgt im Rahmen des Leistungsangebotes der Eingliederungshilfe.

Wissenschaftliche Begleitforschung
Im Auftrag eines wissenschaftlichen Beirats, bestehend aus der Fürst Donnersmarck-Stiftung als Leistungsanbieter, Bezirksämtern und Senatsverwaltung als Kostenträger sowie der Alice-Salomon-Hochschule, wird das Projekt von Anfang an wissenschaftlich begleitet. Den Vorsitz des Gremiums, das selbst nicht operativ, sondern nur beratend tätig ist, hat Professor Karl Wegscheider aus dem Kuratorium der Fürst Donnersmarck-Stiftung inne. Im Fokus stehen gesundheitliche Entwicklung, Lebensqualität und Sozialräumlichkeit mit dem Ziel mehr Lebensqualität für Menschen mit hohem Betreuungsbedarf zu schaffen. Konkret messen die Lebensqualität Professor Karin Wolf-Ostermann und Claudia-Fe Zimmermann von der Alice Salomon Fachhochschule in zeitintensiven Interviews, und zwar durch eine rund einstündige Selbsteinschätzung der Klienten und eine rund halbstündige Fremdeinschätzung seitens der Mitarbeiter. Ziel ist es, die soziale und gesundheitliche Versorgungssituation und deren Entwicklung über zwei Jahre hinweg zu charakterisieren und zu evaluieren.

Am 30. August 2012 wurden die Ergebnisse der Studie erstmalig vorgestellt.

 
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