NACHBARSCHAFTLICHE VERNETZUNG

Als Mitarbeiterin des Betreuten Einzelwohnens bin ich für Frau P. zuständig. Die Mittfünfzigerin wohnt in Berlin-Spandau. Sie ist vor ca. einem Jahr in ihre erste eigene Wohnung gezogen. Vorher lebte sie bei ihrem Vater und pflegte diesen. Frau P. ist ein sehr aufgeschlossener Mensch, sie ist sehr viel unterwegs und hat viele unterschiedliche Interessen. Allerdings hatte Frau P. bisher keine Kontakte in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geknüpft.

Tierliebe kennt keine Barrieren

Da ich wusste, dass bei Frau P. im Haus eine ältere Dame wohnt, die Unterstützung beim Gassi gehen mit ihrem Hund benötigte, besprach ich meine "Vernetzungsidee" mit deren Tochter, die ich schon einige Male im Hausflur getroffen hatte. Diese willigte ein und wir vereinbarten einen Termin für ein erstes Kennenlernen zwischen Mensch und Hund. Ich besprach dies natürlich im Vorfeld mit Frau P. Sie war sofort von der Idee begeistert.

In der Zwischenzeit hat Frau P. vielfältige Kontakte im Haus aufgebaut und nahm an einem hausinternen Herbstfest teil, wo sie mit anderen Mietern sehr schnell ins Gespräch kam und auch vom Gassi gehen berichtete. Durch ihre Erzählungen weckte sie das Interesse einer anderen Hundebesitzerin. Diese sprach Frau P. sofort darauf an und berichtete von ihrem Hund. Die beiden Damen kamen ins Plaudern und trafen sich anschließend immer öfter zum Kaffee trinken oder zu gemeinsamen Spaziergängen mit den Hunden.

Nun hat Frau P. wieder einen Hund zum Gassi gehen und daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt, die bis heute Bestand hat. Die Behinderung spielt keine Rolle.

Angéle Kotte, Heilerziehungspflegerin

 
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