Forschungsprojekt

Selbst vs. Fremd

Wie selbstständig bin ich eigentlich – und sehen das andere genauso?

In unserem Projekt Selbst vs. Fremd wird untersucht, wie Menschen nach einer erworbenen Hirnschädigung (z.B. einem Schlaganfall) ihre Selbstständigkeit einschätzen – und wie diese mit der Einschätzung durch Fachpersonal übereinstimmt.

Ziel ist es, besser zu verstehen, in welchen Bereichen Selbst- und Fremdeinschätzungen voneinander abweichen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen können. Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung sind für die Rehabilitation besonders wichtig: Wenn Betroffene und Fachpersonal ein ähnliches Bild der aktuellen Fähigkeiten haben, können Ziele besser gemeinsam geplant und Unterstützungsangebote passender gestaltet werden. Dazu brauchen wir mehr Wissen über mögliche Unterschiede in der Einschätzung von Fähigkeiten.

Die Studie wird in unterschiedlichen Orten durchgeführt, die Menschen nach einer Hirnschädigungen versorgen, beispielsweise im Rahmen einer neurologischen Rehabilitation oder eines Wohnangebotes. Alle beteiligten Standorte verfügen über Erfahrung in der Versorgung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen. Die Datenerhebung erfolgt einheitlich nach einem gemeinsamen Studienprotokoll. Koordiniert wird die multizentrische Studie durch den Bereich Forschung der Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin.

Die Befragungen erfassen:

  • die Einschätzung von Fähigkeiten und Einschränkungen durch Rehabilitandinnen selbst
  • sowie die Einschätzung von Fähigkeiten und Einschränkungen durch Fachpersonal 
  • außerdem mögliche Faktoren, die die Unterschiede in der Wahrnehmung erklären können.

 

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Rehabilitandinnen, Rehabilitanden und Fachpersonal weiter zu verbessern. Dadurch kann das Projekt wichtige Hinweise liefern, wie Ziele realistischer, verständlicher und stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet werden können.