VR-basierte digitale Sprachtherapie in der Kleingruppe für Menschen mit Aphasie
Viele Menschen leben nach einer Hirnschädigung mit einer Aphasie: Sie haben Schwierigkeiten mit dem Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Diese Fähigkeiten sind jedoch notwendig, um Kommunikation zu ermöglichen. Daher sind sozialer Rückzug und Depressionen häufig die Folge.
Eine hochintensive Sprachtherapie (5-10 Stunden pro Woche) ist entscheidend, um eine Aphasie zu therapieren. Sprachtherapie in Kleingruppen haben den Vorteil, dass sie sowohl die Verbesserung der Sprache, als auch die soziale Integration, Partizipation und das psychosoziale Befinden fördern können. Angesichts des steigenden Bedarfs an therapeutischen Angeboten, des dramatischen Fachkräftemangels und der ländlichen Unterversorgung, bedarf es dringend technischer Lösungen, um Menschen mit Aphasie angemessen therapeutisch versorgen zu können.
In dem vom BMFTR geförderten Projekt „VR-basierte Sprachtherapie für Menschen mit Aphasie - VR4Talk“ (Fördernummer: 13GW0802E) soll ein System entwickelt werden, mit dem Menschen mit Aphasie ein Sprachtraining in einer virtuellen Kommunikations-Situation als Eigentraining absolvieren können. Die Betroffenen können mittels VR-Brille allein oder in kleinen Gruppen in verschiedene Situationen eintauchen. Ein KI-gesteuerter Avatar übernimmt dabei die Rolle der Gesprächsführung, passt den Schwierigkeitsgrad automatisch an und bindet die Betroffenen aktiv ein. Durch den Austausch in der Gruppe profitieren die Teilnehmenden von gegenseitiger Motivation und alltagsnahen Übungsmöglichkeiten.
Das Projektteam besteht aus industriellen Partnern sowie einer akademischen und klinischen Einrichtungen. Ein besonderes Augenmerk wird auf die stetige Einbeziehung von Betroffenen und ihrem Behandlungsteam gelegt, um ein therapeutisch sinnvolles Trainingstool zu entwickeln, das die gängige Praxis ergänzen und erweitern kann.
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