Rebellen warteten lange auf den Sieg

Team Rebels aus Deutschland gewann erstmals den EuropaCup 2008 im Rollstuhlrugby

Im dritten Anlauf gelang dem deutschen Team The Rebels beim Rollstuhlrugby-EuropaCup am 29.03.2008 in Neuruppin der Sieg. In einem sehr engen Spiel, beim dem sich während des ganzen Spielverlaufs keines der beiden Teams vom anderen mehr als zwei Punkte entfernen konnte, gewann die Spielgemeinschaft von aktuellen deutschen Nationalspielern gegen den Titelverteidiger aus London mit 37:36 nach Verlängerung. Der beste Spieler des Turnier kam nach Meinung von Fachleuten jedoch aus England. Troye Collins dominierte mit seiner Übersicht, seiner Dynamik und seiner ruhigen Hand die Spielweise seines Teams und meist auch den Gegner. Der Londoner hatte sein Team bis ins Finale geführt, wo er bis eine Minute vor Schluss vorne lag.

Das alle zwei Jahre ausgetragene Turnier mit acht Mannschaften, die in zwei Tagen fünf Spiele zu absolvieren hatten, diente in diesem Jahr mehreren Trainern einer letzten Sichtung von Nationalspielern für die Paralympics in Peking. „Besonders das fulminante Halbfinale zwischen unserer ersten und zweiten Garnitur war eine Entscheidungshilfe bei der Vergabe der Plätze für Peking. Die zweite Linie hat sich stark entwickelt, der Kader wird größer“, erläuterte der deutsche Bundestrainer Pierre Sahm. „Wenn das underdog-team die erste Mannschaft so fordert, kann der Trainer nur zufrieden sein.“ Das deutsche B-Team Rugby Rats hatte zuvor den haushohen Favoriten London mit 36:35 in der Vorrunde geschlagen und sich mit dem ersten Platz in seiner Vorrunde für das Semifinale qualifiziert. Dort musste es sich dem A-Team Rebels erst nach Verlängerung mit 43:44 geschlagen gegeben.

Unerwartet war für mich auch der Sieg der Reds aus Polen gegen die Schweden in der Zwischenrunde“, erklärte Organisator Heiko Striehl von Frontcourt. Neben der Mannschaft aus Polen, die erstmalig teilnahm und mit ihrer kompletten Nationalmannschaft angereist war, spielten Teams aus Schweden, Belgien, der Schweiz und Deutschland bei dem von der Fürst Donnersmarck-Stiftung geförderten Turnier. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich für die Paralympics 2008 in Chinas Hauptstadt zusammen mit sechs anderen Teams qualifiziert. Das Starterfeld bei dem paralympischen Turnier ergänzen die wenig erfahrenen gastgebenden Chinesen.
 
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