Neurokognitive Rehabilitation im Fürst Donnersmarck-Haus

Start im Juli 2008

Durch innovative Konzepte Lücken in der Rehabilitation zu schließen, ist erklärtes Ziel der Fürst Donnersmarck-Stiftung. Mit dem Angebot „Neurokognitive Rehabilitation“ gelingt dies seit Juli 2008 ein Stück mehr.

Mitte Juni wurden in der neuadaptierten Gruppe 4 im Fürst Donnersmarck-Haus in Berlin-Frohnau die ersten von insgesamt 7 Rehabilitanden aufgenommen. Konkret ist das Konzept auf Menschen ausgerichtet, die an schweren kognitiven Einschränkungen leiden. Neben Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen äußert sich dies oft in einer sogenannten Hinlauftendenz. „Ich habe ein bestimmtes Ziel, stehe auf, gehe los und plötzlich weiß ich nicht mehr, wo ich bin“, so charakterisiert ein Betroffener selbst die Problematik.

Innerhalb eines Zeitraumes von bis zu zwei Jahren sollen die Rehabilitanden durch intensive Rehabilitationsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, in eine ambulante Wohnform zu wechseln. Das Konzept sieht eine klare Zeitstruktur für den gesamten Prozess vor, regelmäßig werden die Ergebnisse evaluiert. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen im Haus vertretenen Berufsgruppen spielt dabei eine tragende Rolle.

„Da es bisher bundesweit keine adäquaten Angebote gibt, werden diese Menschen oft in Senioren-Pflegeheimen untergebracht“, sagt Sylvia Wenda, die mit der Gruppenleitung betraut ist. „Auch wenn die Klienten Schwierigkeiten mit der Orientierung in Zeit und Raum haben, fühlen sie sich doch nicht wohl, wenn in ihrem Umfeld sonst nur betagte Menschen leben“, so Frau Wenda weiter. Und wohlfühlen sollen sich die Rehabilitanden natürlich, wenn Sie auch nur begrenzte Zeit hier verbringen werden. „Wir werden mit Sicherheit auch mit herausforderndem Verhalten konfrontiert werden“, erklärt Frau Wenda, denn diese Klienten sind oft nicht in der Lage, ihre Affekte zu steuern. Es ist sehr wichtig, sie weder zu über- noch zu unterfordern.“

Das Team legt großen Wert auf ein ausgeglichenes Maß an Anspannung (Therapie und pädagogische Förderung) und Entspannung für die Rehabilitanden. Dazu wird auch ein eigener Entspannungsraum eingerichtet, in dem in erster Linie Entspannungstechniken vermittelt werden und diverse Gruppenangebote stattfinden sollen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Konzeptes ist die Einbindung der Angehörigen und engen Freunde der Rehabilitanden. Zu der regelmäßig stattfindenden so genannten Netzwerkkonferenz etwa sind auch sie eingeladen.

 

 

Kontakt

 
Prof. Dr. med.
Stephan Bamborschke

  • Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Neurologische Intensivmedizin, Rehabilitationswesen, Sozialmedizin und Physikalische Therapie
  • Experte für nachklinische Rehabilitation
Wildkanzelweg 28
13465 Berlin (Frohnau)
Telefon: 030 - 4 06 06 - 231
Telefax: 030 - 4 06 06 - 340