Barrierefreier Rundgang in der Villa Donnersmarck

Ein Rundgang als Hörbericht

Die linke Hälfte des Bildes zeigz die Villa Donnersmarck vom Garten aus; im garten sitzen in einer Reihe japanische Kendo-Kämpfer mit dem Rücken zum Betrachter; die rechte Bildhälf

Wie kann ein Gebäude barrierefrei und gleichzeitig stilvoll gestaltet werden?  Das Umsetzen barrierefreier  Normen in einem bis zu 80 Jahre alten Gebäude mit hohem ästhetischen Anspruch veranlasste den Verlag audiolink zu einer Besichtigung der Villa Donnersmarck im Rahmen ihrer Reportage "Altersgerecht Umbauen", ein Auftrag, den der Verlag im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau für ihr gleichnamiges  Förderprogramm durchführte.

Der vollständige Hörbericht zu der Reportage "Altersgerecht Umbauen, u.a. mit einem Interview mit dem Baumanager der Fürst Donnersmarck-Stiftung, Michael Schmidt, über die Schwierigkeiten und Erfordernisse bei barrierefreien Umbauarbeiten, können Sie unter www.audiocast-kfw.de abrufen.


 

Der Hörbericht zum Lesen:
Was heißt eigentlich Barriere reduziertes Bauen. Für jemanden für den es selbstverständlich ist Treppen zu steigen, eine durchaus legitime Frage. Also habe ich mich zur Villa Donnersmarck begeben im idyllischen Berlin/ Zehlendorf. Bereits beim Betreten des Grundstück fällt auf, die Weg sind breiter, überall Geländer und zum Eingang der Villa führt eine spiralförmige Auffahrt durch den Garten. Die breite gläserne Eingangstür öffnet sich automatisch. Das Entrée ist großzügig gestaltet mit Paket und Holztäfelung im Treppenhaus, auch an den Wänden und im unteren Bereich sind überall Holzleisten, was ich für ästhetische Applikationen halte, hat einen ganz anderen Zweck. Annemarie Kühnen-Hurlin begrüßt mich herzlich. Sie ist Bereichsleiterin für Freizeit, Bildung, Beratung bei der Fürst Donnersmarck-Stiftung und wird mit mir eine Führung durch das Haus machen. Barriere reduziert bedeutet Schwellen frei, das ist bekannt, doch was ist es noch Frau Kühnen-Hurlin?
 
Frau Kühnen-Hurlin: Wir haben hier im Erdgeschoss Toiletten, wo Türen eingebaut wurden, die besonders Raum sparend sind, das sind keine Schiebetüren, es sind Knick-Falt-Türen, eine eindrittel, zweidrittel Faltung nimmt diese Tür vor, ist in Schienen angebracht, so dass sie sehr leichtgängig ist. Wir können aber in einem relativ kleinen Flur diese Türen sehr gut einsetzen und wir haben einen breiten Zugang zu den Toiletten.
 
Und dann führt mich Frau Kühnen-Hurlin herum in der Villa Donnersmarck, zu erst die Toiletten und spezielle Tür.
 
Frau Kühnen-Hurlin: Es gibt keinen Lichtschalter, sondern das Licht geht automatisch an, wenn ich die Toiletten betrete und geht auch hinterher wieder automatisch aus.
 
Wir gehen weiter in den ersten Stock.
 
Frau Kühnen-Hurlin: Wir haben hier versucht, dass es auch sehr schön sein soll, es soll eine Ästhetik haben und soll gar nicht auffällig sein, dass wir hier ein barrierefreies Haus haben. So wie wir in den Fluren Schutz haben, wenn Rollstuhlfahrer vor Wände fahren, das ist dann mit einer leichten kleinen Holzvertäfelung in Bodenhöhe, wo alle Leute denken, das wär Gestaltung des Hauses und keiner kommt auf die Idee, dass es aber darum geht einen Schutz der Wand zu haben.
 
Das ist neu für mich. Bisher hatte ich das Klischee im Kopf, barrierefrei, das heißt quadratisch, praktisch gut. Die Villa Donnersmarck überzeugt mich vom Gegenteil.
 
Frau Kühnen-Hurlin: Wir haben hier im ganzen unteren Bereich Parkett, haben eine Versiegelung gefunden, die sehr robust ist, so dass auch im Winter, wenn viele Rollstuhlfahrer kommen und somit viel Granulat und Sand reinbringen und unser Parkett verträgt das unglaublich gut, ja und es sieht schön aus, es ist einfach ästhetisch, es ist angenehm und warm und Holz.
 
All diese vermeidlichen baulichen Kleinigkeiten bedeuten für Menschen mit Handicap ein Stück mehr Lebensqualität. Ich werde mir bewusst, dass es durchaus nicht selbstverständlich sein muss eine Treppe steigen zu können oder einen Parkplatz zu finden, der breit genug ist, damit man vom Auto in den Rollstuhl umsteigen kann. Die Villa Donnersmarck hat all dies in ihr Baukonzept integriert, und zwar so, dass es gar nicht weiter auffällt, harmonisch nennt man das in der Musik. Auch in der Architektur kann Harmonie ihren Platz finden.

Autorin: Andrea Protscher

 

 

Zum Herunterladen und Hören

Podcast  "Altersgerecht Umbauen"  - Begehung der Villa Donnersmarck

Autorin: Andrea Protscher


 

Mehr für die Ohren

Ein Kopfhörer als schwarze Strichzeichnung vor weißem Hintergrund

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