Brot und Salz für die neuen Mieter

Tempelhofer Appartements des Projekts „Wohnen mit Intensivbetreuung“ sind fertig

Achtzehn Bewohner aus dem stationären Bereich des Fürst Donnersmarck-Hauses werden in Kürze ihre Umzugskartons packen und in eigene vier Wände in den Seelbuschring nach Tempelhof ziehen. In einer Jugendstil geprägten ehemaligen Kunstmöbelfabrik mit Blick auf den Teltowkanal baute die Voltage Projektentwicklungsgesellschaft im Jahre 2009 für die Fürst Donnersmarck-Stiftung zwei Etagen zu insgesamt 18 Appartements und drei weitere Einzelwohnungen aus. Einen ersten persönlichen Eindruck konnten sich die neuen Mieter und rund 200 geladene Gäste am 6. Januar 2010 auf einer „Housewarmingparty“ verschaffen.

 
Mann übergibt Brot und Salz an Rollstuhlfahrer

Geschäftsführer Wolfgang Schrödter übergibt Brot und Salz an die neuen Mieter

Dort überreichte Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck-Stiftung, einem der neuen Mieter Brot und Salz, wie es zum Einzug in eine neue Wohnung Tradition ist. Auch Kirsten Bielefeld, Bereichsleiterin Ambulant Betreutes Wohnen, hieß die neuen Mieter herzlich willkommen.

 
Frau am Rednerpult

Bezirksstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Dr. Sybill Klotz

Die Schaffung von individuellen Wohnformen mit hohem Betreuungsbedarf wird - auch in der Selbsthilfebewegung - seit dem Inkrafttreten der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen verstärkt gefordert. Auch die Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ steht für den Ansatz, dass behinderte und auch ältere Menschen wie alle anderen auch zu Hause leben und dort ihre Unterstützung bekommen. können. „Wir sind froh, mit unserem Projekt hier im Seelbuschring diese Forderungen aus dem sozialpolitischen Raum und aus dem Raum der Selbsthilfebewegungen umsetzen zu können“, betonte Wolfgang Schrödter beim Eröffnungfest. Eine wissenschaftliche Begleitforschung wird sich mit Aspekten der Ambulantisierung wie veränderte Lebensqualität und Zufriedenheit der Mieter befassen.
Auch die Sozialstadträtin für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Dr. Sybill Klotz, begrüßt „den Wechsel von einer vollstationären zu einer ambulant-komplementären Wohnform, wie sie die Konzeption der neuen Wohnform der Fürst Donnersmarck-Stiftung vorsieht.“ Dr. Sybill Klotz sieht für das Land Berlin in der Ausdifferenzierung weiterer ambulanter Betreuungsformen eine bedeutende Entwicklung für den Gesundheitsstandort Berlin und eine reale Umsetzung der Grundforderung „Ambulant vor Stationär“.

 
Mann am Rednerpult

Architekt Alexander Fountis

Um Umzug nach Tempelhof in ein selbst bestimmtes Leben mit eigenen Briefkasten und eigener Wohnungstür überhaupt zu realisieren, beschritt die Bauplanung oft ungewöhnliche Wege. „In zwei Fabriketagen mit Kuppelgewölbe 21 Appartements und einen großzügigen Gemeinschaftsraum einzubauen und allein ausreichenden Schallschutz für ein eigenständiges Appartement herzustellen, war eine Herausforderung“, erklärt Alexander Fountis, leitender Architekt des Bauprojekts.

 
Mehrere Menschen in einem Aufenthaltsraum

Der großzügig gestaltete Aufenthaltsraum für die neuen Appartments

Mit dem Schaffen von neuen selbst bestimmten Wohn- und Lebensform beginnt im Seelbuschring, dem ersten von zwei geplanten Wohnprojekten für Menschen hohem Unterstützungsbedarf in der Fürst Donnersmarck-Stiftung, die auf eine Intensivbetreuung angewiesen sind, ein wichtiges Kapitel in der Stiftungsgeschichte. „Wohnen kann seit Fertigstellung der Appartements im Seelbuschring zuhause stattfinden und nicht mehr auf einer Station“, bekräftigt Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck-Stiftung die Entscheidung der Stiftung, ambulante Wohnprojekte im Seelbuschring und ab Sommer 2010 in der alten Mälzerei in Pankow fertig zu stellen.

Ursula Rebenstorf / Thomas Golka

 

 

Bilder von der Eröffnungsfeier