Die wortlose Behörde

Start des 115-Gebärdentelefons

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und Bundessozialministerin  Dr. Ursula von der Leyen stehen vor einem Bildschirm

© Fürst Donnersmarck-Stiftung

Seit Montag, 26. April 2010, ist die bundesweit einheitliche Behördenrufnummer 115 auch per Gebärdensprache erreichbar. Bundessozialministerin Dr. Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière starteten gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., Rudi Sailer, das behördeneinheitliche Gebärdentelefon.

Via internetfähigem Computer oder Video-Telefon können ab sofort werktags von 8:00 bis 18:00 Uhr Ratsuchende in Gebärdensprache Behördenauskünfte aus der öffentlichen Verwaltung erhalten. Damit wird Menschen mit Hörbehinderungen, die bislang den Service der einheitlichen Behördenrufnummer kaum oder erschwert nutzen konnten, eine wichtige Barriere im Kontakt mit Behörden aus dem Weg geräumt.

Viele Informationen gingen bisher aufgrund von Verständnisbarrieren an uns vorbei. Das Gebärdentelefon erleichtert uns die Teilhabe an der Gesellschaft“, so Rudi Sailer.
Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière lobte den nun leichteren Zugang zur öffentlichen Verwaltung. „Mit dem Start des 115-Gebärdentelefons wird der hervorragende Service der einheitlichen Behördenrufnummer auch für Hörbehinderte zugänglich. Dies ist ein wichtiger Beitrag der öffentlichen Verwaltung zur Verwirklichung barrierefrei gestalteter Lebensbereiche für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland“, so Minister de Maizière.
Umgekehrt soll das 115-Gebärdentelefon so manche Verständnisschwierigkeiten auch von behördlicher Seite her in der Kommunikation mit Menschen mit Behinderungen aus dem Weg räumen. Bundessozialministerin Ursula von der Leyen dazu: „Das Thema der Inklusion ist eine Kopfsache, eine gedankliche Einstellung, das 115-Gebärdentelefon ist ein praktischer Beitrag dazu, dass Menschen mit Behinderungen selbstverständlich dazugehören“, so die Ministerin. Weiterhin beschrieb Ministerin von der Leyen die Idee des „lernfähigen Behördentelefon“: Demnach sind die Kommunen dazu angehalten, die Wissensdatenbank der „115“ mit den Ergebnissen der  Anfragen zu füttern, so dass den Informationssuchenden mit Hörbehinderungen aktuell aufbereitete und zunehmend detaillierte Informationen zur Verfügung stehen.

Das 115-Gebärdentelefon ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Vor rund einem Jahr, am 24. März 2009, startete das Projekt D115 als einheitliche Behördenrufnummer seinen Pilotbetrieb. Mittlerweile entfallen durch die „115“ für 13 Mio. Bundesbürger aus den teilnehmenden Modellregionen, darunter Berlin, Hamburg, sowie Kommunen in Nordrheinwestfalen, Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg, die zeitaufwendige Suche nach den richtigen Ansprechpartnern und nach Informationen in Behörden.

Nun kommen über die „115“ auch Menschen, die per Gebärdensprache kommunizieren, in den Genuss des einheitlichen Serviceversprechens der Behördenhotline. Über die SIP-Adresse d115@gebaerdentelefon.d115.de“ erfolgt der Zugang zum Gebärdenservice eines Dienstleisters des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Ursula Rebenstorf

 

 

Weitere Informationen

Unter www.bmi.bund.de und www.d115.de

werden weiterreichende Informationen zum Gebärdentelefon angeboten.