Hörbericht über die Eröffnung des Trainingswohnhauses

Ein MAnn, eine Rollstuhlfahrerin und eine stehende Frau durchschniden ein Band

Das P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation im Fürst-Donnersmarck-Haus hat am 29. Juli 2011 sein Angebot erweitert. Im Rahmen des alljährlichen Sommerfestes wurde das neue Trainingshaus in Berlin-Frohnau feierlich eingeweiht. Es bietet Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen, etwa nach einem Schlaganfall oder einem Unfall, ein einzigartiges Konzept auf dem Weg zurück zum selbständigen Leben.

Prof. Stephan Bamborschke leitet das P.A.N. Zentrum. Er beschreibt die Aufgabe des innovativen Trainingshauses:
 
Die Menschen, um die wir uns kümmern, haben Teilhabestörungen. Das heißt, sie können sich noch nicht selbstständig versorgen. Also zum Beispiel haben sie noch Schwierigkeiten mit dem Anziehen, mit dem Waschen oder auch mit dem Einkaufen. Oder einfach mit der Planung, wenn ich etwas kochen möchte, muss ich etwas im Kühlschrank haben. All diese Dinge, die zum selbständigen Wohnen außerhalb einer geschlossenen Einrichtung gehören, kann man schon mal ausprobieren. In seinen eigenen vier Wänden.
 
15 Rehabilitanten können hier wohnen. Sie haben schon viele Wochen und Monate lang einen Teilhabe-Förderungsprozesses mitgemacht. Ihnen stehen nun neun moderne Einzelappartements und eine Trainingswohngemeinschaft zur Verfügung. Hier können sie sich ausprobieren, wie Prof. Bamborschke erklärt:
 
Das was dieses Haus und die Weiterentwicklung unseres Konzeptes des Trainingswohnens unterscheidet von den herkömmlichen Trainingsappartements, die wir ja schon haben im Haupthaus, ist, dass hier tatsächlich eine räumliche Trennung herrscht. Mit einem eigenen Briefkastensystem, mit einem eigenen Eingang, mit eigenem Treppenhaus. Und hier praktisch nur Appartements oder die WG existiert und nicht gleichzeitig noch Wohngruppen. Das sind dann doch realitätsnahe Bedingungen, die man in einem normalen Trainingsappartement innerhalb eines Gebäudes, in denen auch Wohngruppen sind, nicht hat.
 
Der leitende Arzt rechnet damit, dass die Rehabilitanten im Durchschnitt sechs Monate im Trainingshaus leben werden und dann in eine eigene Wohnung umziehen können.
 
Das zweistöckige Gebäude ist von außen weiß. Im Innern herrschen freundliche Farben und die einzelnen Appartements sind geräumig mit Bad und Küche sowie mit großen Fenstern. Das Farbkonzept ist abgestimmt, roter Fußboden, zart hellgrüne Wände, gelbe Fliesen im Sanitärbereich. Doch der Umbau des ehemaligen Mitarbeiter-Wohnhauses des P.A.N. Zentrums war schwierig. Denn die neuen Anforderungen sind ganz spezielle. Kirsten Parmakerli ist eine der beteiligten ArchitektInnen:
 
Wir haben dieses Haus auf ein ganz spezielles Klientel vorbereiten müssen. Nämlich auf die Rehabilitanten, die sich in dieser Zwischenphase befinden auf dem Weg aus der Stiftung. Und ich glaube, dass dieses Haus diesen Geist atmet, zurück in die Selbständigkeit. Wir haben in allen Wohnungen auch die Option eine kleine Wohnküche einzurichten, eine Küchenzeile. So dass man sukzessive wieder zurück findet in den Alltag. Und das war nicht ganz so einfach, weil es ein Haus den 60-er Jahren ist, was vom Gebäudetypus nicht unbedingt ideal war.
 
Die Fassaden des Gebäudes mussten versetzt werden, um die Räume zu erweitern. Dabei galt es spezielle statische Probleme zu lösen. Aber jetzt haben zum Beispiel Rollstuhlfahrer ausreichend Platz in den Zimmern und auf den Fluren.
Seit vielen Jahren ist Frohnau Standort des Fürst-Donnersmarck-Hauses mit dem P.A.N. Zentrum.
Ein guter Grund für Bezirksbürgermeister Frank Balzer, an der Einweihung des Trainingshauses teilzunehmen:
 
Es ist eine sehr gute Einrichtung, die einen unglaublich guten Ruf im Bezirk genießt. Sie ist hier in Frohnau sehr verwurzelt. Man sieht sehr häufig die Mitarbeiter und die Bewohner hier im Ortsteil und sie haben einen ganz festen Platz hier im Bezirk Reinickendorf und ein tolles Angebot.
 
Das Trainingswohnhaus ist der erste fertig gestellte Abschnitt eines neuen Raumkonzepts. Dieses wird in den kommenden Jahren von der Fürst Donnersmarck-Stiftung im Rahmen umfassender Modernisierungsmaßnahmen realisiert. Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Stiftung, gibt einen Ausblick auf die Pläne:
 
Jetzt kommen die ganz großen Aufgaben. Wir werden jetzt in zwei Schritten das Haupthaus komplett sanieren und erneuern. So dass anschließend 85 Einzelzimmer mit Bad für die Rehabilitanten zur Verfügung stehen. Das wird in zwei Phasen ablaufen. Die erste Phase bis 2012, die zweite bis 2013. Und anschließend planen wir, das ist noch nicht endgültig entschieden, in der Mitte Platz zu schaffen und dort das neue Therapiezentrum zu bauen.
 
Zirka 30 Millionen Euro wird die Fürst-Donnersmarck-Stiftung aus Eigenmitteln für die geplanten Umbaumaßnahmen zur Verfügung stellen.
Autor: Klaus Fechner - www.reichweiten.net
 
 
 
 

 

Audiobericht

Eindrücke, Informationen und Statements vom 29.07.2011.

Länge: 4 min 49 sec.

 

Fotos von der Veranstaltung

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