Doppeljubiläum in Aphasie-Selbsthilfegruppe

20 Jahre Gruppenleitung und 30 Jahre Gruppenbestehen

Aphasiker-Selbsthilfegruppe blisse 14: Zwei Frauen und ein Mann am Tisch nach Übergabe von Blumen
 

Herr Voigt und die Aphasie-Selbsthilfegruppe waren für uns in den letzten Jahren immer eine Einheit, genauso wie Berlin und die Spree, Max und Moritz, Blätter und Bäume und natürlich England und die Queen“, mit diesen Worten beschrieb Marion Reuschel, Beauftragte für Selbsthilfe und Ehrenamt in der Fürst Donnersmarck-Stiftung, ihren Eindruck von einer fruchtbaren Verbindung. Die 50 Jahre Gruppenführung jedoch, wie sie die Queen schaffte, erreichte Gruppensprecher Lothar Voigt nicht. Aber zwei Drittel des Weges, den die Gruppe seit ihrer Gründung durchlaufen hat, sind fest mit seinem Namen verbunden. Denn der 4. Juni 2013 kennzeichnete ein Doppel-Jubiläum, 30 Jahre Aphasie-Selbsthilfegruppe in der blisse14 und 20 Jahre Gruppensprechereinsatz von Lothar Voigt, das angemessen begangen wurde.

1983 initiierte Anna Lancell-Dewitz als junge Logopädin die Aphasie-Selbsthilfegruppe in der blisse 14, da sie aus der Arbeit mit den Angehörigen erfahren hatte, dass auch die Aphasie-Betroffenen selbst sich austauschen wollten. Das war etwas Neues und die ersten Schritte waren Pionierarbeit. Das Archiv der Stiftung lieferte dazu noch die Belege. Marion Reuschel überreichte der Selbsthilfegruppe zwei grüne Programmhefte aus dem ersten Jahr ihres Bestehens.

Heute ergänzt die Selbsthilfebewegung nicht nur die professionellen Dienste und Angebote in der Rehabilitation und Betreuung, sondern sie bildet einen eigenständigen Teil des sozialen Lebens unserer Gesellschaft und leistet Großes durch bürgerschaftliches Engagement, wie es auch der Bezirksbehindertenbeauftragte Jürgen Friedrich in seinem Grußwort beschrieb.

Aber es wurde nicht nur geredet, sondern auch gesungen, besonders eindrucksvoll und inbrünstig das Aphasiker-Lied, deren Text von einer Aphasikerin aus Thüringen stammt. In dieser Bearbeitung von Freude schöner Götterfunken, heißt es u.a.:
Du kannst hoffen,
Du kannst kämpfen,
Du kannst dem Bösen widersteh’n,
Freu dich, dass die dunklen Wolken,
Irgendwann vorüberzieh’n.

Mit diesem positiven Schwung schwenkte der Blick nach dem ausführlichen Rückblick in Richtung Zukunft. Ein Übergang wurde eingeleitet: Manuela Hermes als zukünftige Gruppenleiterin dankte ihrem Vorgänger und überreichte Lothar Voigt eine kleine Oskar-Statuette für seine Verdienste. Sie ihrerseits erhielt zum Amtsantritt von Marion Reuschel Blumen und die Zusage, dass die Stiftung auch weiterhin, wie schon 30 Jahre lang, Unterstützung für die Aphasie-Selbsthilfegruppe leisten wird, wenn notwendig und gewünscht.

 
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