Hörbericht Eröffnung P.A.N. Zentrum

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Porträt Fürst von Donnersmarck am Rednerpult stehend

Fürst von Donnersmarck begrüßte die Gäste und eröffnete den Abend

von Klaus Fechner - www.reichweiten.net

Das vollständig modernisierte P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation in Berlin-Frohnau wurde am 5. November 2015 feierlich eröffnet. Für Menschen mit erworbenen Schädigungen des Nervensystems ist damit eine der modernsten Reha-Einrichtungen entstanden. Die Kosten von rund 35 Millionen Euro trug die Fürst Donnersmarck-Stiftung aus Eigenmitteln. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Graf Henckel Fürst von Donnersmarck, erwähnte in seiner Begrüßungsrede besonders die Mitarbeiter:

Besonders herzlich danken darf ich den Mitarbeitern der Stiftung, die die Entwicklung und Durchsetzung des Projektes positiv aufgenommen, begleitet und getragen haben. Was mich zu der Hoffnung verleitet, dass auch die nun anfallenden tagtäglichen Rehabilitationsarbeiten in gleicher Weise wahrgenommen und getragen werden.

 
Porträt Eröffnung P.A.N. Zentrum

Kay Wilke-Schultz, AOK Nordost, äußerte sich positiv zum neuen Gebäude und dort geleisteten Arbeit

Insgesamt stehen jetzt 119 Appartements zur Verfügung. Die Rehabilitationseinrichtungen wurden nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft und Forschung gestaltet. Kay Wilke-Schultz, der Unternehmensbereichsleiter Pflegeverträge und Qualitätsmanagement der AOK Nordost:

Man spürt sofort die beeindruckende Atmosphäre dieses Hauses, wenn man sich hineinbegibt und sich umschaut. Die helle und offene Architektur bietet beste medizinische Betreuungsmöglichkeiten und modernste Arbeitsbedingungen. Hier fühlen sich nicht nur Patienten wohl.

Der Berliner Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Jürgen Schneider, verlas das Grußwort des Senators für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja. Aus dessen Sicht besitzt Berlin bereits eine gute Versorgungsstruktur für Schlaganfall-Patienten. Jedoch:

Wir dürfen heute ein bundesweit einzigartiges Modellprojekt einweihen, welches diese Versorgungsstruktur ergänzt und durch seine spezielle Verbindung zwischen Neuro-Rehabilitation und Architektur aufwertet. Die Planung und Realisierung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Architekten, Therapeuten, Neurologen und Rehabilitanden. So hatten die späteren Nutzer bereits Einfluss auf die Gestaltung des Projektes.

 
Porträt Prof. Gudrun Doll-Tepper

Die anschließende Gesprächsrunde moderierte Prof. Gudrun Doll-Tepper,...

Prof. Paul-Walter Schönle, er ist Ärztlicher Direktor der Maternus-Klinik und Mitglied des Kuratoriums der Fürst Donnersmarck-Stiftung, zeigt sich beeindruckt:

Als ich das hier zum ersten Mal gesehen hatte, als es noch nicht eingerichtet war, war ich überrascht über die Dimension. Und heute, als ich es zum zweiten Mal gesehen habe, wie es eingerichtet ist, bin ich tief beeindruckt. Davon wie die Idee Gestalt angenommen hat. Die Idee der zukünftigen Neurorehabilitation, wie sie Architektur geworden ist, wie sie Wirklichkeit geworden ist. Ich denke, die Wirklichkeit hat nun die Möglichkeit zu wirken.

Ein zentraler Gedanke der Gestaltung war die Verknüpfung des Raumkonzeptes mit den Therapiemöglichkeiten des Hauses. Die Architektin Kirsten Parmakerli beschreibt die Herangehensweise:

Wir haben gedacht, was ist uns wichtig. Was macht die Besonderheit von diesem Standort aus? Und es ist diese faszinierende Lage im Grünen, im Wald. Wir wollten einerseits eine Form, die ein Zentrum hat und andererseits eine Form, die sich maximal zu dieser Waldkante öffnet. Da hat sich dieser große Bogen, den wir geschlagen haben, angeboten. Der hat auch die Bestandsgebäude verbunden mit dem Neuen. Das war eine zentrale Idee.

Der leitende Arzt des P.A.N. Zentrums, Prof. Stephan Bamborschke, sieht Vorteile für Patienten und für Mitarbeiter:

Es hat sich architektonisch sehr viel geändert. Es waren die Therapiebereiche verstreut im Gebäude. Es war ein Wohnheim mit angebauten Therapiebereichen, die unterschiedlich verteilt waren. Es ist aber etwas anderes, wenn die Architektur dafür sorgt, dass die unterschiedlichen Berufsgruppen nah beieinander sind und sich begegnen und Austausch ermöglicht. Das Gebäude befördert Interdisziplinarität und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter.

 
Fünf Personen sitzen auf einer Bühne

... an der neben ihr Prof. Stephan Bamborschke, Architektin Kirsten Parmakerli, Prof. Paul-Walter Schönle und Geschäftsführer Wolfgang Schrödter teilnahmen.

Die Verbindung aus Neuro-Rehabilitation und Architektur ist bundesweit einmalig. Für den Geschäftsführer der Stiftung, Wolfgang Schrödter, geht es aber auch um die Finanzierung der Therapie. Daher betont er,

Dass wir hier rehabilitative Erfolge erzielen. Wir reden nicht von Potenzialen, die irgendwie und irgendwo sind. Wir wissen, die sind da. Das ist gesichertes Wissen. Und dann, wenn die Reha Erfolge erzielt, dann wird sie auch finanziert werden. Es zeigt sich, dass es so ist. Wir haben schon die ersten Kostenzusage für eine Pauschalfinanzierung von der AOK Nordost bekommen und sind darüber sehr glücklich, dass das gelungen ist nach langen und harten Verhandlungen und Gesprächen. Aber auch mit viel Verständnis füreinander. Und ich bin sicher, dass wir mit dem, was wir hier vorstellen, mit diesem „Burden Sharing“, der Kostenteilung zwischen dem Wohnen und dem medizinisch-therapeutischen Komplex, aber gleichzeitig aber auch mit der Sicherstellung der Integration der beiden Teile - das können wir hier beispielhaft zeigen.

 
Porträt Carola Vockerodt

Im Mittelpunkt stehen aber natürlich die Patienten. Carola Vockerodt erlitt vor mehreren Jahren einen Schlaganfall. Sie schildert ihre Erfahrungen im P.A.N. Zentrum:

Als ich vor dreieinhalb Jahren hier ankam, konnte ich ein wenig laufen. Das habe ich in der Vor-Reha-Klinik gelernt. Ich konnte mich selbstständig waschen und anziehen. Das ging alles. Aber mich leiden konnte ich mich überhaupt nicht. Ich habe gedacht, was bin ich denn. Ich habe mich nicht mehr als vollfertigen Menschen gesehen. Und heute kann ich wieder in den Spiegel gucken. Dank meiner psychologischen Betreuung hier. Und kann sagen, ich bin wieder ein Mensch und fühle mich wohl in meinem Körper.

Inzwischen hat sie das Zentrum verlassen, ist in eine eigene Wohnung umgezogen. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Blick nach vorne. Für Prof. Schönle heißt das:

Die erste Herausforderung ist gemeistert, über viele Jahre. Die zweite Herausforderung beginnt erst. Nämlich in diesem Gebäude der Rehabilitation der Zukunft die zukünftige Neuro-Rehabilitation zu entwickeln.

Eine Zukunft, die bereits begonnen hat.

Fotos: Enno Hurlin

 

 

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