Roman trifft Wirklichkeit

Lesung des Romans „Du stirbst nicht“

Ein Mann steht neben einer Frau, die an einem Tisch vor einem Altar sitzt

Prof. Stephan Bamborschke und Schriftstellerin Kathrin Schmidt

Im Rahmen der Reinickendorfer Sprach- und Lesetage 2015 las am 6.Juli 2015 in der Frohnauer Johanneskirche Kathrin Schmidt aus Ihrem Roman „Du stirbst nicht“. Die Autorin verarbeitet in diesem Roman eigene Erfahrungen, die sie gemacht hatte, als sie im Jahre 2002 eine Aneurysmablutung (besondere Form des Schlaganfalles) erlitt. Die Protagonistin des Romans erlebt sehr eindrücklich das Erwachen aus dem Koma, den Weg durch die Reha und die durch das plötzliche Ereignis entstehenden Risse und Brüche in ihrer Biographie.
Der Roman sei keine Autobiographie, betonte die Schriftstellerin, sondern eine künstlerische Aufarbeitung des Themas, die dem Publikum sehr authentisch und in anrührender Sprache von der Autorin bei der Dichterlesung nahegebracht wurde.

Bei der Lesung in der evangelischen Johannes Kirche am Zeltinger Platz in Berlin-Frohnau stellte Prof. Stephan Bamborschke Kathrin Schmidt vor und moderierte die Veranstaltung. Rund 40 interessierte Zuhörer, darunter sechs Bewohner des Fürst Donnersmarck-Hauses, folgten gespannt und interessiert der Lesung und den Ausführungen der Autorin. Für die Rehabilitanden war diese Lesung schon allein thematisch ein besonderes Erlebnis. Denn sie alle waren in ihrer jüngsten Vergangenheit mit sehr ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie die Romanfigur Helene Wesendahl. Entsprechend groß war der Wunsch, ein Exemplar mit Widmung der Autorin zu erwerben.

Der Roman „Du stirbst nicht“ markiert eine Zäsur im Leben der Autorin, die eine harte Zeit der Rehabilitation und Wiederherstellung hinter sich gebracht hatte. Diese durchgemachte Anstrengung wurde bei der Begegnung mit der Autorin am Rande der Veranstaltung spürbar und von unseren Rehabilitanden später noch kommentiert.

 

Die 5. Reinickendorfer Sprach- und Lesetage

Stephan Bamborschke, Kathrin Schmidt, Katrin Schultze-Berndt stehend im Halbporträt

Stephan Bamborschke, Kathrin Schmidt, Katrin Schultze-Berndt (v.l.n.r.)

Die Reinickendorfer Sprach- und Lesetage vom 6.-11. Juli 2015, die schon zum fünften Mal durchgeführt werden, sind ein kulturelles Event, das maßgeblich von Katrin Schultze-Berndt, Bezirksstadträtin für Schule, Bildung und Kultur, gefördert und organisiert wird. Als einer der Sponsoren und Unterstützer der Lesetage hat das Fürst Donnersmarck-Haus in Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Berlin – Frohnau diese Autorenlesung organisiert und unterstützt.

 

Die Autorin Kathrin Schmidt und das Buch

Kathrin Schmidt wurde 1958 in Gotha geboren und ist in der DDR aufgewachsen. Sie ist ursprünglich Psychologin mit dem Schwerpunkt Kinderpsychologie, hat während der Wende am Runden Tisch mitgearbeitet und sich auch als Journa-listin und Sozialwissenschaftlerin betätigt. Seit 1994 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und lebt in Berlin. Aufgrund ihrer kraftvoll sinnlichen Sprache wurde Sie für Ihre Werke vielfach ausgezeichnet und machte sich anfangs vor allem als Lyrikerin einen Namen

Privat hat Kathrin Schmidt gemeinsam mit ihrem Mann fünf Kinder großgezogen und ist bereits vielfache Großmutter. Der Roman „Du stirbst nicht“ wurde 2009 mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Aktuell schreibt Kathrin Schmidt an einem neuen Roman. Man darf gespannt sein.

Quelle: Stephan Bamborschke
Fotos: Petra Lölsdorf

 

 

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