Jour Fixe

Armut durch Pflegebedürftigkeit - Gepflegte Armut?

Blick in den Zuschauerraum eines Jour Fixe, ein Mann spricht ins Mikrofon
 
Die Ursachen dafür, dass Pflegebedürftigkeit oft mit Armut einher geht, sind vielfältig. Könnte ein eigenständiges Assistenzgesetz Lösungsansätze bieten?

Nach Aussagen des neuesten Armutsberichtes sind in besonderer Weise alte und behinderte Menschen von Armut betroffen. Folgende Tatsache weist der Bericht jedoch nicht ausdrücklich aus: Diese Armut hängt auch mit ihrem Bedarf an Pflege bzw. Assistenz zusammen. Wer kein Vermögen hat und wenig Rente bezieht, wird im Pflegefall vom Sozialamt abhängig.

Nach einer Berechnung in dem Bericht von Gerhild Kruse „Neue Armut“ besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Armut und Pflege (Tagesspiegel 11/07). Hier wird deutlich, dass ein durchschnittlich erspartes Vermögen von ca. 75.000 Euro und eine Durchschnittsrente nach nur knapp 50 Monaten aufgezehrt sind, um einen Pflegeplatz in einem Altenheim zu bezahlen.

Für behinderte Menschen tritt diese Abhängigkeit von der Sozialhilfe nicht erst im Alter ein, denn sie sind oftmals auf Pflege und Assistenz schon im frühen Erwachsenenalter angewiesen. Daher wird seit langem über ein eigenständiges Assistenzgesetz diskutiert, das Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen ein Leben mit einer Einkommensunabhängigen Assistenz garantiert.
 

Podiumsgäste


MICHAEL GERR
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL)

MARKUS KURTH
MdB, Bündnis 90/Die Grünen

ANDREAS SEITZ
Fürst Donnersmarck-Stiftung, Pflegedienstleiter
des Ambulanten Dienstes

N.N.
Bundesministerium für Gesundheit und soziale
Sicherung (BMGS)
 
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