Nachbericht zum Kultursonntag

Phantastische Welten in der Villa Donnersmarck

Studenten des Institutes für Musiktherapie spielen einen Walzer
Ein Walzer, gespielt von Studenten des Institutes für Musiktherapie, eröffnete an diesem Wochenende den Kultursonntag in der Villa Donnersmarck.

Bei der folgenden Begrüßung des Künstlers Holger Rummer, der seine Bilder und Skulpturen bis zum März 2009 in der Villa ausstellt, beschrieb die Kultur- und Eventmanagerin Josefine Stamm die Ausstellung mit den knappen Worten „Die Villa ist voller ´Rummer-Energie´“.
Rummer kam auf Umwegen zur Malerei. Eigentlich ist er Schreiner von Beruf. Ein Unfall im Jahr 1990 brachte ihn in den Rollstuhl – und zur Malerei. Er begann damals mit der Seidenmalerei als Rehabilitationsmaßnahme. Heute malt er mit Acrylfarben und Spachtelmassen. Die kräftigen Farben und auch die Größe seiner Werke erinnern kaum noch an die zarten Anfänge der Seidenmalerei.
 
Josefine Stamm begrüßt die Gäste des Kultursonntages
Ihm ist wichtig, sagt er, dass seine Bilder Klarheit und Intensität ausstrahlen. Aber eigentlich entstehen die Bilder aus dem Bauch heraus.
 
Bild Holger Rummers: Fenster zu einer fremden Welt
Im Anschluss an die Vernissage konnten die Gäste an einem Workshop des Institutes für Musiktherapie Berlin teilnehmen. Mit der klaren Ansage von Leiterin Dr. Petra Jürgens, die Musik abzubilden um die inneren Bilder sichtbar zu machen, war die Aufforderung verbunden zu „kritzeln“. Das taten die Teilnehmer auch und heraus kamen ganz unterschiedliche, meist abstrakte Bilder, die so recht in keine Schublade passen wollten.
Im folgenden Gespräch wurden die Bilder in der Gruppe dynamisch diskutiert und analysiert. Vielen wurde die Lesbarkeit ihres Kunstwerkes erst jetzt bewusst. Es war Petra Jürgens gelungen, dass sich die Teilnehmer jenseits von Kategorien wie begabt/unbegabt, richtig/falsch oder einem inneren Zensor frei auslebten. Zweckfrei kreativ sein können wie Kinder, die einfach drauf los malen. Das müssen Erwachsene erst wieder lernen.
 
die Teilnehmer des Workshops Malen nach Musik besprechen ihre Kunstwerke
Bevor es mit dem Film „Am seidenen Faden“ losgehen konnte, gab es noch ein musikalisches Zwischenspiel der Studenten des Institutes für Musiktherapie. Mit Interpretationen von Liedern Rio Reisers oder Funny van Dannens und auch einem selbst komponierten Stück wurde der Wintergarten zur kleinen Konzerthalle.
Die Filmvorführung war das letzte Highlight des Kultursonntages. Der Film zeigt die Geschichte von Boris Baberkoff und Katarina Peters. Mit 33 Jahren erleidet der Musiker Boris Baberkoff einen Schlaganfall, der das Leben der beiden kurz vor der Hochzeit auf den Kopf stellt. Seine Frau, die Regisseurin, Katarina Peters beginnt die darauf folgenden Ereignisse mit der Kamera einzufangen und schafft ein Portrait einer Liebe im Ausnahmezustand, einer Liebe am seidenen Faden.
Katarina Peters war während des Films anwesend. Im Anschluss erzählte sie in einem sehr anregenden und bewegenden Gespräch mit den Gästen über die Hintergründe des Films und ihrer Geschichte.

Annika Janßen
 
Boris Baberkoff und Katarina Peters aus dem Film am Seidenen Faden, er spielt Cello am Meer, sie läuft barfuss am Strand entlang
 

 

Der Kultursonntag am 12. Oktober 2008

Die Ausstellung "Phantastische Welten" von Holger Rummer wird noch bis März 2009 in der Villa zu sehen sein.

Für Besichtigungstermine wenden Sie sich bitte an uns:
Villa Donnersmarck
Schädestraße 9-13
14165 Berlin
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Fax 030 - 847 187 23
villadonnersmarck@fdst.de
 

Holger Rummer

Portraitfoto von Holger Rummer