Olympiastadion für alle

Demonstranten vor Transparenten
 
Kundgebung am 6. Mai 2002 - AG der Berliner Behindertenverbände und -Initiativen


Anlässlich des Europäischen Protesttages gegen die Diskriminierung behinderter Menschen haben Berliner Behindertenorganisationen am Montag, dem 6.5.02, um 11.00 Uhr, vor dem Haus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport in der Beuthstraße 6-8 (Berlin-Mitte), eine Kundgebung unter dem Motto "Olympiastadion für alle" durchgeführt. Die behindertengerechte Gestaltung des Olympiastadions und die Einhaltung des Berliner Landesgleichberechtigungsgesetzes waren Ziel der Demonstration.

Die bisherige Planung für die Neugestaltung des Stadions sieht vor, dass Rollstuhlstellplätze nur hinter den Toren bereitgestellt werden. Das ist sehr unattraktiv und kann auf Grund der Ansammlung von zum Teil gewaltbereiten Fans auch gefährlich werden. Die Betroffenen betrachten diese Planung als Diskriminierung. Darauf wies der Landesbehindertenbeauftragte, Martin Marquard, in seiner Rede hin.

Als einen weiteren Punkt für die Nicht-Beachtung des Landesgleichstellungsgesetzes hob Herr Marquard die Gedenkstätte für die Holocaust-Opfer hervor. Hier sollen nur geringe Teile für Menschen im Rollstuhl zukünftig zugänglich sein, auf besonderen Rollwegen mit einem "Einbahnstraßensystem" werden die Besucher im Rollstuhl geleitet. "Alles andere als eine glückliche Lösung!", kommentierte eine Teilnehmerin.

"Das Stadion hat nicht nur Bedeutung für Berlin, sondern weit darüber hinaus und legt insbesondere bei internationalen Veranstaltungen Zeugnis davon ab, wie behindertenfreundlich die deutsche Hauptstadt ist", betonte auch Dr. Manfred Schmidt, LAGH.
Wolfgang Brachwitz, stellvertretender Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung Sport und zuständig für den Betrieb des Olympiastadions, versuchte Verständnis für die Kompromisse beim Umbau des denkmalgeschützten Olympiastadions zu erreichen.

Unterstützung für die vorgetragenen Anliegen boten auf parlamentarischer Ebene Claudia Hämmerling (MdA, Bündnis 90 / Grüne) sowie Stefanie Schulze (PDS), Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Migration, in ihren Redebeiträgen.

Nach Ende der Veranstaltung gingen noch ein kleine Zahl von Kundgebungsteilnehmern mit Wolfgang Brachwitz in das Gebäude des Senatsverwaltung für Sport, um die Anliegen der Teilnehmer noch einmal schriftlich zu fixieren.


Thomas Golka
Öffentlichkeitsarbeit der Fürst Donnersmarck-Stiftung
 
nach oben