Wohlfahrtssystem in Japan

Vor ähnlichen Herausforderungen wie in Deutschland

Professor Yasui am Rednerpult

Vortrag von Professor Tomoyasu Yasui im Rahmen der Japanischen Woche am 24.4.2005


Im Rahmen der Japanischen Woche der Villa Donnersmarck referierte Professor Yasui am 24. 4. 2005 über das Japanische Wohlfahrtssystem und die Folgen.  Das Wohlfahrtssystem in Japan steht vor ähnlichen Herausforderungen wie das deutsche. Seit Beginn der 1990er ist eine Entwicklung zu beobachten, die unter dem Stichwort Demographischer Wandel bekannt ist. Die Alterspyramide „kippt“, d.h. in absehbarer Zeit wird es mehr Alte als Junge geben. In Japan wird dieser Punkt erheblich früher erreicht sein als in Deutschland. Hier bietet sich die Gelegenheit, von den Erfahrungen aus Japan zu profitieren. Als Folge dieser Entwicklung nimmt die Zahl der Menschen mit Einschränkungen deutlich zu Die Kosten für die Sozialversicherungen steigen, bei gleichzeitigen geringeren Einnahmen. In beiden Ländern wurde auf die Entwicklung mit einer Reform der Sozialversicherungssysteme reagiert.

„Das japanische Modell ist in vielen Punkten von Deutschland abgekupfert worden“, betonte Professor Yasui. Die Versicherung basiere demnach auf verschiedenen Säulen, die anteilig vom Staat und Arbeitnehmern finanziert werden. Ein wesentlicher Unterschied ist hierbei, dass die Unternehmen in Japan nicht mit in die Finanzierung einbezogen sind.

Auch in der japanischen Öffentlichkeit wird das Thema Behinderung zunehmend thematisiert. Besonders auffällig sind für ausländische Besucher die allgegenwärtigen Markierungen für Sehbehinderte, ein System, was in Japan in den 1960ern erfunden worden ist.. Diese ist inzwischen in allen größeren Städten installiert, ein erstrebenswerter Zustand auch für Berlin? Seit dem Jahr 1994 müssen alle öffentlichen Gebäude und seit dem Jahr 2000 alle öffentlichen Transportmittel in Japan barrierefrei sein.

Professor Tomoyasu Yasui unterrichtet an der Pädagogischen Hochschule auf Hokkaido der nördlichsten Insel Japans. Zur Zeit ist er Gastdozent an der Freien Universität Berlin.

Guido Beneke
 

 

Alltagsleben in Japan - Menschen mit Behinderung

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Ein weiterer Vortrag zu dem Themenkomplex Umgang mit Behinderung in anderen Kulturen findet am Freitag um 16.00 in der Villa Donnersmarck statt. Der 1. Botschaftssekretär der Japanischen Botschaft Tetsumo Tarasaki berichtet über das Alltagsleben und Gepflogenheiten in Japan mit besonderem Augenmerk auf Menschen mit Behinderung.