Reise Volles Leben

Rückblick auf ein integratives Reiseprojekt

Viele junge Menschen mit Rollstuhl nutzern vereint zum Gruppenbild vor einem Landschaftspanorama
 
 

Zum vierten Mal nahmen vom 31. August bis 11. September 2005 Bewohner des Fürst Donnersmarck-Hauses  an einer internationalen Begegnungsreise von Menschen mit und ohne Behinderungen teil.

In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Europabildung (ehemals Romanisches Büro – Interkultureller Jugendservice) ist es der Fürst Donnersmarck-Stiftung zum vierten Mal gelungen, behinderten Jugendlichen die Teilnahme an Mobilitäts- und Bildungsprojekten der Europäischen Union zu ermöglichen. In diesem Jahr ging es neben der Teilhabe und dem interkulturellen Austausch vor allem darum, nicht behinderte Jugendliche mit behinderten Jugendlichen in einem gemeinschaftlichen Projekt integrativ zusammen zu führen.

Die Fahrt ging zur Insel Prvic – an die Küste Kroatiens. Jeweils acht bis zehn Teilnehmer (Jugendliche und Helfer) aus den Ländern Spanien, Rumänien, Kroatien, Bosnien und Deutschland kamen zusammen, um sich kennen zu lernen, gemeinsame Erfahrungen zu machen und Lebenswege- und möglichkeiten gegenüberzustellen.
Die Gruppe war planmäßig bunt gemischt. Jugendliche ohne Behinderungen urlaubten mit Jugendlichen, die eine geistige, körperliche oder auch psychische Behinderung haben. Und nicht nur das, außerdem trafen Jungen auf Mädchen, Sportliche auf Unsportliche, Temperamentsbolzen auf Zurückgezogene, und das alles unter dem Dach der englischen Sprache. Die Gemeinsamkeiten wurden jenseits des jeweiligen Handicaps gesucht. Täglich um 11 Uhr trafen sich alle, um einen Tagesplan zu verabschieden. Anschließend fanden Workshops zu unterschiedlichen Interessensgebieten (Fotografie und Dokumentation, Sport- und Musik- und Tanzwerkstatt, Collagen, Skulpturen und Tanzwerkstatt) statt.
Über gemeinsame Aktivitäten konnte jeder mehr über den anderen erfahren. Am Nachmittag war dann Zeit für gemeinsamen Müßiggang. Das Meer hielt angenehme Temperaturen bereit und die Nächte waren ideal für romantische Sparziergänge. Die beiden Gruppenausflüge nach Vodice und Sibenik haben den Teilnehmern einen Einblick in die kroatische Lebensart gestattet.

 
Zwei Junge Männer helfen einem Mädchen im Rollstuhl beim Aussteigen aus einem Schiff
 
 

Jeder der Teilnehmer hat viel über das Leben der anderen in Erfahrung bringen können. Auch über sich, seine Englischkenntnisse und über die Hürden, mit denen einige der Teilnehmer im alltäglichen Leben zu kämpfen haben. So konnten die Rollstuhlfahrer nur mit fremder Hilfe zum Strand, zu ihren Häusern oder in das Gemeinschaftzentrum gelangen, da sie durch Steine oder Steintreppen davon ferngehalten wurden. Dies zeigte vor allem den deutschen Teilnehmern, dass das Anliegen der Barrierefreiheit in anderen europäischen Regionen weitgehend bedeutungslos ist. Durch die gute Gemeinschaft musste niemand Hürden fürchten. „Volles Leben - Wir können es tun“ war daher eine mutige wie erfolgreiche Vision, ganz im Sinne des Mottos der Fürst Donnersmarck-Stiftung für das Jahr 2005.

Gefördert wurde das Projekt von der Europäischen Kommission durch das Programm "Youth" und durch die Fürst Donnersmarck-Stiftung, Berlin.

Ernst Tiller, Freizeitpädagoge, FDH
Maren Müller, Öffentlichkeitsarbeit, FDH


 
nach oben