Schauplatz Volles Leben Audiotranskription

Veranstaltung am 10.11.2005 in der Alten Pumpe

Autorin und Moderation: Andrea Protscher


Beitragslänge: 4 min. 17 Sek.
Intro Saxophon-Musik

Was heißt Volles Leben? Die Fürst Donnersmarck-Stiftung wirft ihren Blick auf die Lebensentwürfe von Menschen mit und ohne Behinderung. Dazu wurde in das Restaurant Alte Pumpe in Berlin geladen.
Höhepunkt war die Preisverleihung für den Kreativwettbewerb „Volles Leben“. Doch ebenso wichtig ist die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Und die Feststellung, dass sich die Bedürfnisse gleichen. In einem Hörspiel wurde gefragt, was behinderte Menschen sich unter einem vollen Leben vorstellen.

O-Ton Auszug Hörspiel

Volles Leben bedeutet für mich persönlich, mich bewegen können wie jeder normale Mensch. Sozial abgesichert sein, einfach selbständig sein. Akzeptiert und als Mensch für voll genommen werden.

Die Frage nach Lebensqualität und Selbstverwirklichung spiegelt die Arbeit der Fürst Donnersmarck-Stiftung. Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Stiftung.

O-Ton Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer

Es ist so eine Art Erntedankfest für uns. Wir versuchen herauszufinden, was die Menschen denken, was für sie bedeutsam ist. Und wir haben das ganze Jahr in unterschiedlichen Veranstaltungen kreative Ansätze eingesammelt, Ideen, Aussagen, Äußerungen. Wir haben uns vorgenommen, die Arbeit der Stiftung zu beleuchten, aber gleichzeitig auch von der Stiftung den Bogen zu den einzelnen Menschen hin zu schlagen. Letztes Jahr hatten wir „Blickwechsel“, dieses Jahr „Blickwechsel – volles Leben“, nächstes Jahr geht es in die Richtung „Spuren des Lebens.“

Die Leistungssportlerin und mehrmalige Medaillengewinnerin bei den Paralympics, Marianne Buggenhagen, ist von der Arbeit der Donnersmarck-Stiftung überzeugt.

O-Ton Marianne Buggenhagen

Bekannt wurde mir die Stiftung durch das Haus Rheinsberg, da habe ich das erste Mal überhaupt von der Stiftung gehört. Danach habe ich mich etwas mehr damit beschäftigt. Und überall treffe ich die Fürst Donnersmarck-Stiftung, wenn etwas mit dem Thema Behinderung zu tun hat. Das hat mich einfach interessiert. Vor allem auch in Bezug auf geistige Behinderung, weil diese Menschen im Abseits stehen. Und das bedeutet mir sehr viel, weil diese Behinderung immer im Hintergrund ist.

Doch dann wird es spannend. Preisverleihung des Kreativwettbewerbs volles Leben

10 Sekunden TAIKO Trommeln

Hunderte Bilder, Plastiken und ein Film wurden eingereicht. Gewinnen konnten allerdings nur 3 Teilnehmer. Doch es gab einen Sonderpreis für einen Videofilm. Professor Ernst von Kardorff, Jurymitglied, erklärt, worum es bei diesem Wettbewerb ging.

Ernst von Kardorff, Jurymitglied

Das Thema war ja das volle Leben. In der gesamten Breite dessen, was volles Leben bedeuten kann, Liebe, Trennung, Schmerz, Freude, Freundschaft, Freizeit, auch Arbeitswelt, Sehnsucht, Grenzen überschreiten... das waren mögliche Inhalte für ein volles Leben. In den verschiedenen Kunstwerken – die meisten waren Bilder, einige wenige Plastiken und ein Videofilm – dort hat sich kondensiert und verdichtet, was die einzelnen Künstlerinnen und Künstler aus ihrer persönlichen Sicht, aus ihrer Lebenserfahrung ausdrücken wollen.

10 Sekunden TAIKO Trommeln

Jetzt kommt es zur Preisverleihung. Für Momente ist es muckmäuschenstill im Saal. Dann verkündet Moderatorin Eileen Moritz:
Der Erste Preis...

O-Ton Eileen Moritz

...geht an die Arbeit Freundschaft von Danny Below und Hagen Häsler

Tusch Saxophon

Die beiden Preisträger haben mit einer Collage aus Fotos und Malerei ihre Freundschaft porträtiert.
Doch auch wenn nicht alle auf der Bühne stehen konnten, gewonnen haben alle an diesem Abend. Und so gab es auch ein lebendiges Finale

Musik Saxophon

Volles Leben – was heißt das?

O-Ton Hörspiel

Für mich bedeutet volles Leben, dass ich bewusst lebe. Mit meinen Sinnen, mit meinen Gefühlen, mit meinem Verstand. Dass ich mich für diese Welt, in der ich lebe, öffne. Diese Welt mit ihren Menschen, mit ihren Schönheiten, mit ihren Zumutungen, mit dem Chaos des ständigen Wandels. Dass ich einen inneren Ruhepunkt finde, von wo aus ich dieses alles ertragen und erleben kann.

 
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