Frühlingsfest Audioreportage Transkription

„Neues Denken – Leben Stärken: Frühlingsfest und Start ins Jubiläumsjahr“

O-Ton: Geburtstagslied ...

90 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Mit einem Frühlingsfest der besonderen Art startete die Stiftung in ihr Jubiläumsjahr. Vorträge, Diskussionen, ein Drachen-Festival, Gedächtnisparcours und und und...

O-Ton: Musik ...

Und natürlich gab es Musik und Tanz in der Villa Donnersmarck bis zum Abend.
Doch ein runder Geburtstag ist auch immer ein willkommener Anlass für einen Rückblick.
Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck gründete 1916 die Stiftung – neben einer Kur- und Heilanstalt für Kriegsversehrte in der Gartenstadt Frohnau standen von Beginn an die Rehabilitation und die Forschung im Mittelpunkt.
Nach den Wirren der beiden Weltkriege sammelte die Stiftung ihre Kräfte neu und erweiterte Stück für Stück ihr Angebot. So beispielsweise in den 50er Jahren, wie Thomas Golka, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erzählt:

O-Ton: Damals hatte man noch wenig oder gar keine Angebote für Menschen mit Behinderungen gemacht, zum Beispiel in der Freizeit. Und die Stiftung hat damals auf den amerikanischen Konzepten der community work, Nachbarschaftsheimbewegung aufgesetzt. Und dann stellte sich heraus, dass die Nachbarschaftsheime nicht rollstuhlgerecht waren. Dann hat man die Villa Donnersmarck gekauft. Und bei jedem neuen Schritt hat man geschaut, welche Bedürfnisse haben Menschen mit Behinderungen und was können wir realisieren.

Es folgten weitere Innovationen wie Angebote für barrierefreie Urlaubsreisen, dann in den 80er Jahren ein starkes Engagement für Schädel-Hirn-Trauma-Geschädigte und erste Ansätze für ein ambulantes Angebot wie betreutes Einzelwohnen oder Wohngemeinschaften. Bis hin zur Errichtung des Hauses Rheinsberg – Hotel am See.
Den Besuchern des Frühlingsfestes wurde zur Geschichte der Stiftung ein Klangteppich geboten – eine Collage von Schlagzeilen...

O-Ton: Klangteppich ...

Viele Stimmen für eine lange Geschichte.
Bei allen Angeboten und Neuerungen stand stets im Mittelpunkt, behinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Eine schwere Aufgabe. Der Diplompsychologe Dr. Karl Bald arbeitet seit 20 Jahren für die Fürst Donnersmarck-Stiftung. Er spricht ein wichtiges Thema an:

O-Ton: Ich denke, wenig ausgeprägt ist in der öffentlichen Meinung das Problembewußtsein für Menschen mit Behinderung. Also, dass zum Beispiel die Arbeitslosigkeit bei dieser Personengruppe enorm hoch ist, ich denke, das wird überhaupt nicht gesehen. Es wird gesehen, die haben ja ihre Sozialstation oder ihre betreute Wohngemeinschaft und damit ist es gut. Gerade das Thema Arbeitslosigkeit: es ist völlig klar, das Behinderte auf dem Arbeitsmarkt praktisch gar nichts mehr verloren haben, weil sie den nichtbehinderten Menschen sogar noch die Arbeitsplätze wegnehmen können.

Doch der Blick der Stiftung geht nicht nur in die Vergangenheit oder auf das Jetzt. Er richtet sich auch nach vorne. Eine Vielzahl von Veranstaltungen soll in diesem Jahr ungewohnte Perspektiven zeigen und einen lebendigen Dialog ermöglichen. Dazu gehört auch der ausgeschriebene Forschungspreis. Ausgezeichnet werden soll eine bedeutende Arbeit auf dem Gebiet der Langzeitrehabilitation bei erworbener Schädigung des Nervensystems, beispielsweise bei Unfallopfern. Für den Geschäftsführer der Fürst Donnersmarck-Stiftung, Wolfgang Schrödter, ein besonderes Anliegen:

O-Ton: Das ist noch gar nicht richtig erforscht, was da alles geht. Darum wollen wir mit diesem Forschungspreis die jungen Menschen und die Wissenschaft ermuntern, schaut da mal hin. Da gibt es Möglichkeiten auch im Sinne der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft. Also, wenn jemand schwer verunglückt ist, muss er nicht sein Leben lang ein Pflegefall bleiben, sondern es gibt Möglichkeiten, die Menschen wieder ins Leben zurück zu bringen. Und an diesen Dingen wollen wir weiter arbeiten und weiter forschen. Dafür ist der Forschungspreis da.

Dotiert ist der Preis mit 30.000,- €. Verliehen wird er im November in Berlin.
Auch das Motto des Jubiläumsjahres weist auf den Ansatz hin, immer wieder neue Ideen einzubringen – das Motto lautet „NEUES DENKEN – LEBEN STÄRKEN“.
 

Beitrag:  Frühlingsfest und Start ins Jubiläumsjahr
Länge:  04 min 25
Datum:  03.04.2006

Autor:  Klaus Fechner
www.audiolink-online.de


 

 

Audio

Ein Hörbericht vom Frühlingsfest:  "NEUES DENKEN - LEBEN STÄRKEN" - 90 Jahre Fürst Donnersmarck Stiftung

mit freundlicher Unterstützung der Firma audio:link

 

Fotos

Fotostrecken von der Eröffnungsfeier