Fürstliche Stadtrundfahrt Transkription Hörbericht

Transkription des Hörberichts

Beitrag Stadtrundfahrt
„Auf den Spuren des Fürsten von Donnersmarck“
18. September 2006


Die Sonne lacht, als der Bus der Fürst Donnersmarck-Stiftung in Berlin-Wilmersdorf losfährt. Auf den Spuren des Stifters heißt es in den nächsten vier Stunden. Denn Spuren hat er reichlich in Berlin hinterlassen, Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck.
So sind die Teilnehmer sehr gespannt, was sie alles sehen werden.

O-Ton Frau freut sich sehr, 22 sek
Ich habe mich sehr drauf gefreut, als ich von dieser Tour gelesen habe. Denn man lernt ja in Berlin jeden Tag etwas Neues kennen. Und es ist ja der 90. Geburtstag der Stiftung, für uns ein Geschenk. Ich bin schon sehr lange bei der Gruppe Aktiver dabei, bestimmt 12 oder 15 Jahre. Ich finde das hier wunderbar, und außerdem kommt man mit den anderen mal wieder in Kontakt.

Die erste Station ist Frohnau. Hier war Fürst Donnersmarck aktiv wie kaum ein anderer. 1907 hat er den Waldhügel nördlich von Berlin gekauft, um die Gartenstadt Frohnau zu erbauen. Der Fürst wollte einen Ausgleich schaffen zum Tempo der Stadt. Viele wohlhabende Berliner zog es in den Süden an den Wannsee. Fürst von Donnersmarck wollte eine Heimat für die nicht ganz so Vermögenden gründen. Nicht allen Berlinern, die bei der Tour dabei waren, ist Frohnau ein Begriff:

O-Ton Frau zu Frohnau, 22 sek
Ich habe Verbindungen nach Frohnau, meine Freundin wohnte hier seit 1960. Die Invalidensiedlung ist mir ein ausgesprochener Begriff. Aber von dem Fürst Donnersmarck-Haus für die Behinderten habe ich noch nicht viel gehört. Davon habe ich jetzt erst erfahren. Ich kannte wie gesagt nur die Invalidensiedlung, die einmal gegründet wurde, damit auch alte und zerschossene Menschen aus dem Krieg wieder ein Dach über dem Kopf haben
.

Im Zentrum Frohnaus, im heutigen Casino, richtete der Fürst 1914 ein Lazarett für Kriegsverwundete ein. Neben der ärztlichen Versorgung wurde auch wissenschaftliche Forschung betrieben. In der Zeltinger Straße befindet sich die moderne Wohnanlage der Stiftung für Menschen mit Behinderung. Die Anlage liegt mitten im Grünen und ermöglicht sowohl eigenständiges wie betreutes Wohnen. Dagegen ist das Fürst Donnersmarck-Haus in Frohnau spezialisiert auf die Rehabilitation von Schädel-Hirn-Traumata, verursacht durch Krankheit oder Unfall. Außerdem wird ein Kinder- und Jugendheim betrieben.
Nachdem man das alles besichtigt hatte, ging es weiter Richtung Stadtmitte. Am Hotel Adlon wurde ein kurzer Stopp eingelegt. Denn hier hatte der Fürst um die Jahrhundertwende zeitweise gewohnt. Und dann ging es Unter den Linden weiter, bis hier hin:

O-Ton Glocke des Berliner Doms

Der Höhepunkt der Stadtrundfahrt – die Besichtigung des Berliner Doms. Denn auch hier hat der Fürst seine Spuren hinterlassen – er widmete Berlinern und Kaiser Wilhelm II die Orgel, wie eine Inschrift bezeugt. Was das Besondere an dieser fürstlichen Orgel ist, wird auf einer Führung durch den Berliner Dom erklärt.

O-Ton Orgel wird besichtigt, 38 sek
Sie ist wie gesagt immer noch eine der größten. Sie hat 7.269 Pfeifen. Sie hat 113 Register. Sie hat vier Manuale und das Pedal. Und der Orgelprospekt, in den sie eingebaut ist, der ist aus Spessarteiche. Und was sie zusätzlich so kostbar macht: Sie ist eine der ganz wenigen noch vorhandenen pneumatischen Orgeln. Und sie ist auch noch die alte Orgel, die 1905 hier eingeweiht worden ist, das Werk ist noch dasselbe. Es ist nicht wie in Dresden bei der Frauenkirche – das hier ist die alte Orgel.

Die Teilnehmer waren tief beeindruckt – schließlich ist die Orgel sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich.
Doch alles ist einmal zuende, und leider auch dieser Nachmittag. Über das Neue Berlin, den Potsdamer Platz ging es zurück nach Zehlendorf. Vorbei am Mexikoplatz, der ebenfalls eine Spende des Fürsten von Donnersmarck ist. Wieder zuhause in der Villa Donnersmarck, hatten sich alle ein Abendessen wohl verdient.
Eine beeindruckte Teilnehmerin resümiert diese besondere Entdeckungstour:

O-Ton Frau resumiert, 37sek
Die Fahrt war sehr interessant. Ich bin umfassend informiert worden über die Fürst Donnersmarck Stiftung, es war schon sehr interessant. Ich habe teilweise auch Gegenden wiedergesehen, wo ich früher gewohnt habe, es gefällt mir wirklich sehr gut.
Frage: Was ist denn von dem Fürsten bei Ihnen in Erinnerung geblieben?
Antwort: Das ist ein Mann gewesen, der mit seinem Geld eine sehr nützliche Sache gestartet hat, die sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt hat und größer geworden ist. Er hat sich sehr engagiert und sozial verhalten und die Behinderten und Kranken integriert ins Leben.

Fürstlich war diese Stadtrundfahrt. Und sie machte dem Gründer der Stiftung alle Ehre.

Länge: 4 Minuten 53
Autorin und Moderation:
Andrea Protscher, audiolink
 
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