Stressbewältigung - mit dem Netzwerk behinderter Frauen

Gesundheitspräventionswochenende

Gesundheitsprävention, Stressbewältigung, Entspannung

Vom 11.-14. August veranstaltete das Netzwerk behinderter Frauen Berlin e. V. in Kooperation mit der Fürst Donnersmarck-Stiftung ein Gesundheitspräventionswochenende zur Stressbewältigung und Entspannung für Frauen mit Behinderung.

Schon zum 5. Mal fand diese Reise statt und erfreut sich immer wieder großer Beliebtheit. An der Reise nahmen19 Frauen , 2 Projektleiterinnen und eine Aqua-Fitness-Dozentin mit unterschiedlichen Behinderungen teil. Davon waren 12 Rollstuhlnutzerinnen, 2 Frauen sind auf ständige Assistenz angewiesen und brachten ihre persönlichen Assistentinnen mit. Von den 10 "Läuferinnen" waren 2 blind/sehbehindert und so hatte sich eine bunt gemischte Gruppe im Alter von 32 bis 61 Jahren zusammen gefunden. Eine der körperbehinderten Frauen ist psychisch beeinträchtigt, eine hat Lernschwierigkeiten.

Die Frauen hatten die Gelegenheit, sich in einer sehr heterogenen Gruppe ungezwungen und selbständig im barrierefreien „Haus Rheinsberg – Hotel am See“ zu bewegen. In der Regel benötigen behinderte Frauen für die Alltagsbewältigung viel mehr Kraft und Energie als nicht behinderte Frauen. Sie müssen sich z. B. Hilfen organisieren und täglich Barrieren überwinden. Schon allein die Barrierefreiheit mindert das Stresspotential. Des Weiteren half der geschützte Rahmen den Teilnehmerinnen ihre Isolation aufzubrechen und in persönlichen Kontakt mit anderen behinderten Frauen zu kommen.

Aqua-Fitness, eine Handbike-/Fahrradtour und individuelle Entspannungsstunden für extrem gestresste Frauen wurden gern angenommen. Des Weiteren zeigte die Sauna für Frauen im Rollstuhl eine hohe Attraktivität und wurde von einigen ausgiebig genutzt. Und im Tagesablauf fanden sich immer wieder Frauen zu diversen "Neigungsgruppen" zusammen und nutzten die Angebote, die Rheinsberg zu bieten hat wie z. B. eine Schlossführung, eine Bootsfahrt für Rollis, eine Mozartoper im Heckentheater des Schlossparks und vieles mehr.

Durch das offene Angebot entstand eine lockere und entspannte Atmosphäre untereinander. Wir hatten viel Spaß und frauenspezifische Themen wie doppelte Diskriminierung, Partnerschaft, Mutterschaft, Austausch über Bewältigungsstrategien im beruflichen und alltäglichen Leben gaben genügend Stoff zur gegenseitigen Stärkung. Jede hatte ihre speziellen Erfahrungen mit ihrer Behinderung und der Reaktion in der Gesellschaft darauf gemacht. Leider war die zunehmende Armut von Frauen auch ein Thema.

Wir teilten miteinander und differenzierten, entdeckten Parallelen, hatten ein sowohl baulich als auch psychisch barrierefreies Feld. Das tat allen so gut, dass am Tag der Abreise oft der Satz fiel: "Schade, dass es schon zu Ende ist, jetzt könnten wir noch eine Woche dranhängen!"

Die Reise war wieder ein voller Erfolg auf allen Ebenen. Die Entspanntheit und oft auch der Witz, den die Frauen hatten, erfrischten die Gemüter und häufig war schallendes Lachen zu hören.

Diese Reise möchten Frauen auf jeden Fall wiederholen und wir hoffen, dass sie im nächsten Jahr erneut stattfinden kann.

Dörte Gregorschewski
Netzwerk behinderter Frauen Berlin e. V.
Monika Maraun
Fürst Donnersmarck-Stiftung, Freizeit Bildung Beratung

 
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