Tagung Behinderung, Bewegung und Sport

Die Bedeutung von Bewegung und Sport

Professor Dr. van Coppenolle, Frau Professor Doll-Tepper und Wolfgang Schrödter ziehen an einem dicken Seil
 

Ziehen für mehr Bewegung an einem Strang: Dr. Herman van Coppenolle (THENAPA), Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen, Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer Fürst Donnersmarck-Stiftung (v.l.n.r.)

 

Die rehabilitative und präventive Wirkung von regelmäßigem Sport im Alter ist ausreichend wissenschaftlich belegt. Aber in wieweit lassen sich die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen auf diesem Gebiet auch auf ältere Menschen mit Behinderungen übertragen? Welches Interesse besteht bei dieser Zielgruppe Sport zu treiben? Welche Ziele können durch Sport im Alter bei Menschen mit Behinderungen erreicht werden?

Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen suchte am 10. - 11. November in Bad Bevensen die Tagung "Menschen mit Behinderungen im höheren Lebensalter: Die Bedeutung von Bewegung und Sport". Eingeladen hatte die Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen an der Freie Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper in Kooperation mit der Universität Hannover und mit Unterstützung der Fürst Donnersmarck-Stiftung, die mit dem barrierefreien Gästehaus in Bad Bevensen auch die Tagungsräume zur Verfügung stellte.

Als Referenten standen an den zwei Tagen u.a. Prof. Dr. Herman van Coppenolle (THENAPA2-Netzwerk), Prof. Dr. Heinz Mechling (Deutsche Sporthochschule Köln) und Prof. Dr. Detlef Kuhlmann, Sportpädagoge der Universität Hannover, auf dem Podium, die den Wert einer aktiven Lebensgestaltung für ältere Menschen mit Behinderung unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchteten und dabei auch den Blick in die europäischen Nachbarländer eröffneten. Ergänzend zu den Vorträgen fanden auch themenzentrierte Workshops statt, die den Teilnehmern die Möglichkeit zur Diskussion gaben.

Alle Beiträge der Konferenz konnten eindringlich verdeutlichen, wie entscheidend Bewegung und Sport auch bei älteren Menschen mit und ohne Behinderung zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt und damit Pflegebedürftigkeit vorbeugen kann. Zum Anfangen sei es daher nie zu spät, betonte Prof. Dr. Herman van Coppenolle. Als Koordinator des europaweiten Thenapa 2-Netzwerkes setzt er sich dafür ein, diese Gedanke sowohl im Bewusstsein der Menschen selbst wie auch stärker in Erziehung und Ausbildung von Fachkräften zu verankert, die mit der am stärksten wachsenden Zielgruppe der älteren Erwachsenen beruflich zu tun haben. Zum Abschluss der Tagung stellten Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, Erika Schmidt-Gotz und Katrin Koenen von der Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen an der Freien Universität Berlin einen Maßnahmenplan für Deutschland vor, der Menschen im wahrsten Sinne des Wortes bewegen soll. Die Infostelle wird auch eine Tagungsdokumentation erstellen.

Die hohe Relevanz des Themas zeigte sich auch an der bunten Mischung der Tagung, bei der vom Heilpädagogen bis zum Sportmediziner 80 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich, Belgien und sogar China vertreten waren.

Laut Statistiken beträgt der Anteil der heute über 75-Jährigen in Europa gut 7,5 Prozent. In den kommenden 30 Jahren wird sich íhre Zahl nahezu verdoppeln. Viele dieser älteren Personen werden dabei mit einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung leben, sei es, dass diese angeboren oder Folge des Alterungsprozesses ist.
sb

 
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