DM Rollstuhltanz 2007

Das Können in 1 min 30 beweisen

Bei den 1. International German Classics im Rollstuhltanz wurden am 28.4.2007 im HausRheinsberg die Sieger ermittelt

Auch dieses Mal konnte man als Gast wieder etwas lernen: Der Paso doble gilt als die tänzerische Umsetzung des Stierkampfes. Dabei tanzt der Herr den Torero, die Dame stellt das rote Tuch, die Muleta oder Capa genannt, eine Flamencotänzerin oder den Schatten des Toreros dar. Und er ist mit 58 bis 60 Takten pro Minute der schnellste Tanz bei den Lateintänze.

Wo man das lernen konnte? Bei den 1. International German Classics im Rollstuhltanz am 28. April 2007, dem vergangenen Wochenende. Tänzerinnen und Tänzer aus Israel, Malta, der Slowakei und den Niederlanden traten in der Seehalle des HausRheinsberg gegen die deutsche Konkurrenz an. In rund 1 Minute und 30 Sekunden pro Tanz müssen die Paare das Können beweisen, vor den Preisrichtern zeigen, ob Taktgefühl, Technik, Harmonie und Umsetzung der Charakteristik des Tanzes passen.

Und das alles in dieser sehr kurzen Zeitspanne. „Denn die Musik dauert für jeden der Lateintänze nur anderthalb Minuten, der Jive sogar nur 60 Sekunden“, erläuterte Kristin Tirany, die an diesem Tag für die Musikeinspielung zuständig war. Manchmal gelang das ausgezeichnet, dann wiegten sich die Preisrichter schon während des Tanzes mit und zeigten anschließend in der offenen Wertung auch die begehrte 1 für das Paar mit der besten Performance. Ganz selten waren sie sich einig, aber auch das kam vor. Fünf Mal die 1, d.h. für jeden der Preisrichter lag dieses Paar auf Platz 1 in dieser Runde.

Die Titelträger

Das erreichten die Paare aus Malta und Israel bei den Leistungssportlern sowie Anja Mauritz / Nicole Granzin aus Neubrandenburg bei den Breitensportlern. Das langte dann auch jeweils für einen Titel. Die Sieger bei den Standardtänzen und den Lateintänzen in der obersten Leistungsklasse kamen aus dem Ausland: Adam Greenfield / Ekatarina Savilova aus Israel (Standard) und Steven Fenech / Mandy Ghio aus Malta (Latein). Die Deutschen Meister in den Lateintänzen bei den Leistungssportlern waren wie schon im Vorjahr Horst Wehner / Almira Büchner, TSC Synchron Chemnitz, den Titel in den Standardtänzen holten Jean-Marc Clement / Andrea Neumann vom RSC Frankfurt.

Die Gäste

Die Gäste der Veranstaltung spendeten reichlich Beifall, nachdem Wolfgang Römer, Turnierleiter und Moderator die Währung des Tages erklärt hatte: „In erster Linie sind die Tänzerinnen und Tänzer natürlich Sportler, aber ein bisschen auch Künstler. Das Brot der Künstler ist der Applaus: Lassen Sie unsere Paare nicht verhungern!“

In den Pausen zwischen den Wertungen nutzten die Gäste die Tanzfläche. Vielleicht sah man da zukünftige Meister? Detlev Lütgert, Gesamtsieger im Deutschlandpokal, der Meisterschaft für Breitensportler, trainiert seit fünf Jahren einmal die Woche mit seiner Partnerin Renate Beune. „Meine jetzige Partnerin hat mich bei einem Turnier angesprochen, zu dem ich als Zuschauer gekommen war. Seitdem bin ich dabei!“, erklärte Lütgert auf die Frage nach dem Beginn seiner Leidenschaft für das Tanzen. Übrigens, zum Schluss nur mal so nebenbei: Der ChaChaCha ist ein stilisierter Flirt.

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