Jour fixe Peer Counseling

Peer Counseling in Berlin - Jour fixe

Eine Beratungssituation: Eine Frau mit Blindenstock und Sonnenbrille hört einer anderen Frau zu, die ihr gegenüber am Tisch sitzt und mit den Armen gestikuliert
 

Die benötigten Hilfeleistungen organisieren, in einer Umwelt voller Barrieren und Diskriminierung bestehen. Der Alltag vieler Menschen mit Behinderung ist nicht selten ein zermürbender Kampf. Oft fehlt es am Ende eines Tages an Anerkennung und Verständnis für die eigene Situation, um wieder neue Kraft tanken zu können. Stattdessen fühlen sich viele ausgegrenzt und allein gelassen.

In so einer Krise kann „Peer Counseling“ eine unmittelbare Hilfestellung sein, denn im Unterschied zu anderen Beratungsmethoden erhalten behinderte Menschen hierbei Unterstützung auf gleicher Augenhöhe. Da die Berater selbst mit Behinderung leben, entstehen Lösungsstrategien für Probleme vor dem Hintergrund gemeinsamer Lebenserfahrungen: Berater und Beratener sind „peers“ (engl. für gleichartig). In der gegenseitigen Bestärkung entwickeln sich so Selbstvertrauen und die nötigen Handlungskompetenzen, um Ausgrenzung und Diskriminierung aktiv begegnen zu können. Mit dem Wissen um die eigenen Stärken und Schwächen wächst dabei auch das Bewusstsein für die gesellschaftlich zugesicherten Rechte.

„Peer Counseling“ ist daher ein zunehmend wichtiges Mittel geworden, um Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Teilhabe zu ermöglichen.

Dieser Abend gibt einen Überblick zum Stand des „Peer Counseling“ in Berlin und erläutert wichtige Fragen zum Thema:

  • Welche Voraussetzungen braucht ein „Counselor“? Wie und wo kann die Beratungstechnik „Peer Counseling“ erlernt werden?
  • Welche Schnittpunkte und Abgrenzungen bestehen zu anderen Professionen?
  • Welche Möglichkeiten und Widersprüche eröffnen sich bei institutionsgebundenen „Peer Counseling“-Angeboten?
  • Wie genau lässt sich durch Stärkung des Selbstbewusstseins politisches Handeln aktivieren?

Leitung: Eileen Moritz

Mittwoch, 20. Juni 2007
Zeit: 18.00 – 21.00 Uhr
Ort: Villa Donnersmarck
Eintritt frei

 

Auf dem Podium:

Eva Gebel-Martinetz
Dipl. Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, Peer Counselorin, Berliner Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (BZSL)

Ilona Gölz
Ergotherapeutin, Peer Counselorin beim BZSL

Monika Maraun
Gestalttherapeutin, Peer Counselorin, Fürst Donnersmarck-Stiftung

Michael Spörke
Politikwissenschaftler, Referent der Geschäftsführung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL) e.V.

Petra Stephan
Dipl.-Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, Institut für med. Psychologie an der Charité, Ausbildungskolloquium zur Peer Counselorin, Stiftung Lebensnerv

Moderation:
Eileen Moritz
Dipl. Soz.-Päd., Fürst Donnersmarck-Stiftung

Im Anschluss:
Podiumsdiskussion, Frage- und Diskussionsrunde mit dem Publikum sowie informeller Austausch bei einem kleinen Imbiss.
sb
 
nach oben